Vielseitiges Angebot und gute Preise: Bonner Mensa für veganes Angebot ausgezeichnet

Vielseitiges Angebot und gute Preise : Bonner Mensa für veganes Angebot ausgezeichnet

Die Bonner Nasse-Mensa wurde von der Tierschutzorganisation Peta für ihr veganes Angebot mit der zweihöchsten Bewertung geehrt. Auch preislich essen Studierende in Bonn kostengünstig.

Auch die Studenten in der Bundesstadt kennen das: Anstehen im Treppenhaus der Mensa an der Nassestraße, die freudige Erwartung auf ein warmes Essen, ein ständiges Gemurmel der wartenden Kommilitonen im Ohr und der Duft von frisch Gekochtem in der Nase. Besonders gut besucht ist die Mensa zwischen 12 und 14 Uhr. Auf drei Etagen tummeln sich die hungrigen Studierenden und können zwischen Fleischgerichten, vegetarischen oder veganen Speisen wählen. Vor allem die oberste Etage hat in den vergangenen Jahren immer mehr Zuspruch bei den Studenten gewonnen. „Queerbeet“ heißt der Teil der Mensa und ist fleischfreie Zone.

Das vegane und vegetarische Angebot auf der Etage wurde jetzt bei einer Umfrage der der Tierschutzorganisation Peta Deutschland mit drei Sternen ausgezeichnet, der zweithöchsten Bewertung. Das Fazit von Peta: „Ein rundes Angebot für Veganer“. Verantwortlich für dieses runde Angebot ist die 47-jährige Betriebsleiterin der Mensa Nassestraße, Julia Schütza. Sie erinnert sich gut, wie alles angefangen hat. „Zunächst gab es 2010 vegane Speisen nur während eines Projektes mit unseren Auszubildenden.“ Das sei bei den Studenten jedoch so gut angekommen, dass es seit 2011 die „Queerbeet“-Etage gibt. „Am Anfang haben wir pro Tag nur 100 Gerichte verkauft. Heute sind es 600“, so Schütza.

Das liegt vor allem an Schützas Engagement, neue Gerichte in die Queerbeet-Küche einzubringen. Inzwischen habe die Mensa schon über 100 verschiedene vegane Gerichte, die sie selbst entwickelt habe, sagt sie. Es habe sich zudem herausgestellt, das diese Ernährungsform kein bloßer Modetrend, sondern eine Lebenseinstellung ist, sagt die Betriebsleiterin.

Abwechlungsreiches Angebot begeistert Studierende

So auch für die 19-jährige Studentin Saskia Simon. Sie lebt seit zwei Jahren vegan und kommt gerne in die Nasse-Mensa: „Ich finde die Auswahl super und es entlastet mich im Alltag, weil ich nicht selbst kochen muss.“ Nicht jeder Student, der in die oberste Etage komme, sei unbedingt Veganer oder Vegetarier, betont der Pressesprecher des Studentenwerks Bonn, Robert Anders. Die meisten fänden die Abwechslung gut und wollten nicht jeden Tag Fleisch essen.

Vegetarier, Veganer, Pescetarier und Co.

Schnitzel und Burger sind nach wie vor ungeschlagen

Aber auch Fleischgerichte kommen noch immer gut an. Insgesamt verkauft die Mensa Nassestraße 3000 Gerichte täglich. Das Schnitzel und der Burger seien nach wie vor ungeschlagen bei der Nachfrage, so Anders. Auch für traditionelle Fleischesser entwickelt Schütza immer wieder neue Rezepte. „Es ist wichtig, für alle Essensvorlieben etwas zu tun.“ Viele Fleischliebhaber dächten nämlich, die Mensa wolle sie umerziehen, wenn man zu viel Augenmerk auf Veganes lege. In den Mensen in Poppelsdorf und auf dem Venusberg sei die Nachfrage nach veganem Essen beispielsweise nicht so hoch wie in der Nassestraße, weiß Anders. Dort gebe es das Essen ohne tierische Produkte nur als Aktionsspeisen und nicht auf einer speziellen Etage.

Studentenwerk Bonn auch für Mensen der H-BRS verantwortlich

Das Studentenwerk Bonn kümmert sich auch um die Mensen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin und Rheinbach. Auch hier liegt Vegan noch nicht so hoch im Kurs. Insgesamt 1500 Gerichte pro Mensa kaufen die Studenten der Hochschule täglich. Auch in den H-BRS-Mensen sind vegane Gerichte als Aktionsspeisen im Angebot. Die Alanus-Hochschule in Alfter biete seit drei Jahren neben Fleischgerichten auch vegane Speisen täglich an, sagt die Pressesprecherin Tatjana Fuchs: Die Küchenchefs Rainer Brix und Günter Rupperath feilten täglich am veganen Angebot.

Am Anfang gingen noch 40 Prozent Fleischgerichte, 10 Prozent vegane und 50 Prozent vegetarische Speisen über die Theke. Mittlerweile seien es 20 Prozent Fleischgerichte, 50 Prozent vegetarische und 30 Prozent vegane Gerichte, erklärt Fuchs. Täglich verkaufen die Mensen insgesamt 340 bis 490 Essen. Die Küchenchefs könnten sich angesichts der steigenden Nachfrage inzwischen sogar vorstellen, in ein paar Jahren nur noch zwei Mal die Woche Fleischgerichte anzubieten und dafür Fleisch aus biologischer, fairer Tierhaltung zu verwenden.

Was das Mensa-Essen kostet

Auch im großen Mensa-Preisvergleich der Internetseite Netzsieger schneiden Bonner Mensen gut ab. Der Durchschnittspreis für Essen an deutschen Mensen liegt bei 2,20 Euro. An den Mensen des Bonner Studierendenwerks zahlen Studenten im Durchschnitt 2,10 Euro für ihr Essen. Die sogenannten „Aktionsgerichte“ wie Schnitzel oder „Queerbeet“-Speisen wurden nicht in den Durchschnitt eingerechnet. Das teuerste Aktionsgericht kostet 4,20 Euro. An der Alanus-Hochschule kostet ein Gericht ohne Fleisch 3 Euro, mit Fleisch 5 Euro.

Weitere vegane Angebote in Bonn

Auch außerhalb der Mensen kann sich die ehemalige Bundeshauptstadt sehen lassen: Ein breites Angebot an vegan-freundlichen Restaurants und Cafés ist quer in Bonn verstreut zu finden. In der Restaurantführer-App vanilla bean schneiden zwei Bonner Gastronomien besonders gut ab: das Black Veg in der Altstadt sowie das Mae's in der Südstadt. Ersteres wurde sogar laut App-Gründer Fabian Kreipl zu den „Besten der Besten” gekürt und erhielt die Goldene Vanilleschote. Das Mae's hat vor wenigen Wochen leider komplett geschlossen.

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