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Forderung des Hochschulverbandes: Hochschulen in der Region halten „Corona-Bonus“ für unnötig

Forderung des Hochschulverbandes : Hochschulen in der Region halten „Corona-Bonus“ für unnötig

Der Deutsche Hochschulverband fordert einen Noten-Bonus für den Fall, dass das diesjährige Abitur infolge der Corona-Krise schlechter ausfallen sollte als im Durchschnitt der letzten Jahre. Bei den Hochschulen in der Region sieht man dafür keine Notwendigkeit.

Ein „Corona-Bonus“, weil das Abi aufgrund der Corona-Krise schlechter ausgefallen ist als erhofft? Das wird es an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit ihren Standorten in Sankt Augustin und Rheinbach wohl nicht geben: „Meines Erachtens kann darüber keine Hochschule entscheiden, so ein Beschluss müsste, wenn überhaupt, vom Land kommen“, sagte Eva Tritschler, Sprecherin der HBRS, auf Anfrage des GA.

Sie sieht auch keine Notwendigkeit für einen Noten-Bonus: „Die Corona-Krise betrifft alle, somit haben auch alle dieselben Vor- und Nachteile.“ Da der numerus clausus (n.c.), also die Zulassungschränkung für einen Studiengang über die Abiturnote, von Semester zu Semester neu berechnet werde, werde er sich einem insgesamt schlechteren Bewerbungs-Jahrgang also auch gleichsam anpassen: Die Berechnung des n.c. ergibt sich in den jeweiligen Fächern nach dem Angebot der Studienplätze und der Nachfrage der Bewerber beziehungsweise deren Noten. „Und bei den Fächern, die keine Zulassungsbeschränkung haben, kann sich ja ohnehin jeder Abiturient einschreiben“, so Tritschler weiter.

Die Alanus-Hochschule in Alfter ist laut Aussage von Pressesprecherin Julia Wedel aufgrund der spezifischen Aufnahmebedingungen, die nicht auf einem Numerus Clausus beruhen, „im Grunde nicht von dem Abiturnoten-Problem betroffen“. Vielmehr konzentriere man sich bei der Aufnahme neuer Studierender auf deren Bewerbungsmappen und das Gespräch mit den Kandidatinnen und Kandidaten, so Wedel.

Die Universität Bonn hat auf GA-Anfrage von Dienstag bislang keine Aussage zu einem etwaigen „Corona-Bonus“ für Studierende gemacht.

Bonus bei zulassungsbeschränkten Fächern gefordert

Der Präsident des Hochschulverbandes hatte zu Wochenbeginn einen „Corona-Bonus“ gefordert: „Für den Abiturjahrgang 2020 darf kein Nachteil entstehen.“ Man müsse die besonderen Bedingungen berücksichtigen, unter denen das Abitur in diesem Jahr stattfinde. Das Coronavirus dürfe nicht den Lebenslauf eines ganzen Jahrgangs abwerten.

„Sollten die Leistungen der Schüler am Ende signifikant schlechter ausfallen als im Durchschnitt der letzten Jahre, dann erwarte ich einen Nachteilsausgleich“, sagte Kempen. „Alles andere wäre ungerecht.“ Sollten zum Beispiel die Abiturnoten 2020 im Schnitt 0,4 oder 0,5 Punkte schlechter sein, müssten die Schüler einen Bonus bekommen. Dazu sei es nicht nötig, die Abitur-Zeugnisse zu ändern. „Denkbar wäre zum Beispiel, dass die Hochschulen bei den zulassungsbeschränkten Fächern einen angemessenen Bonus gewähren.“ Dazu müssten sich die Länder und die Hochschulrektoren auf eine bundesweit einheitliche Regelung einigen.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), sprach sich gegen einen Noten-Bonus aus. „Ich halte das nicht für den richtigen Weg“, sagte sie RTL und ntv in der Sendung „Frühstart“. Die SPD-Politikerin forderte aber von Schulen, keinen Stoff abzufragen, der eigentlich für die Zeit geplant war, in der nun Fernunterricht stattgefunden habe.

(mit Material von dpa)