Mehr Geld für Arbeitnehmer: Was bringen vermögenswirksame Leistungen?

Mehr Geld für Arbeitnehmer : Was bringen vermögenswirksame Leistungen?

Millionen Arbeitnehmer verschenken Geld, weil sie auf vermögenswirksame Leistungen verzichten. Wer einen Vertrag mit dem Zusatzgelt abschließt, kann bis zu 40 Euro mhr im Monat erhalten.

Zusätzliches Geld kann doch eigentlich jeder gebrauchen. Doch an den vermögenswirksamen Leistungen (VL) sind die Arbeitnehmer immer weniger interessiert, hat die Deka, die Fondsgesellschaft der Sparkassen, herausgestellt. Von den schätzungsweise 20 Millionen Berechtigten nutzen nur etwa zwei Drittel diese Form des Vermögensaufbaus.

Wer bekommt vermögenwirksame Leistungen?

VL zahlen Arbeitgeber, wenn es in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag geregelt ist. Im Zweifel weiß die Lohnbuchhaltung, ob ein Arbeitnehmer diese Zusatzleistung erhält.

Wieviel Geld gibt es?

Bis zu 40 Euro pro Monat kann das Geldgeschenk des Chefs betragen. Zahlt der weniger, kann der Arbeitnehmer den Betrag aufstocken. Das lohnt sich vor allem bei kleineren Einkommen. Hier gibt es noch Zuschüsse vom Staat.

Wie kommen Arbeitnehmer an das Geld?

Arbeitnehmer schließen einen VL-Vertrag ab und legen ihn dem Arbeitgeber vor. Der überweist den vollen Betrag auf ein Sparkonto und zieht einen möglichen Aufstockungsbeitrag des Arbeitnehmers vom Gehalt ab. Die Leistungen des Chefs sind steuer- und sozialabgabenpflichtig, sie steigern ja das Bruttogehalt. Das Nettogehalt ist damit etwas niedriger als es ohne VL wäre.

Wie kann mit VL gespart werden?

Grundsätzlich gibt es vier Varianten: Mit VL kann eine laufende Tilgung einer Baufinanzierung unterstützt werden. Ersparte Zinsen sind meist höher als die Rendite von Geldanlagen. Freilich bieten das nicht alle Banken an. Das Geld kann auch in einen Bausparvertrag, einen Banksparplan, der aber nicht staatlich gefördert wird, oder einen Fondssparplan fließen. Arbeitnehmer müssen individuell entscheiden, geht es doch um Wohn- und Lebenssituation sowie um Risikoneigung.

Schmälern Gebühren die Rendite?

Ja. Deshalb gelte es wie bei allen Formen der Geldanlage, auf die Gebühren zu achten, empfehlen Verbraucherschützer. Bei Bausparverträgen wird oft eine Abschlussgebühr in Höhe von einem Prozent der Bausparsumme fällig. Bei 12 000 Euro etwa sind das 120 Euro. Die ersten drei Einzahlungen gehen also für die Gebühren drauf. Sparen kann, wer eine niedrige Bausparsumme wählt. Und allein mit VL kommt auch ein kleiner Bausparvertrag innerhalb der Laufzeit des VL-Vertrags nicht zur Zuteilungsreife. Zumal die Zinsen derzeit niedrig sind. Aber auch bei Fonds gibt es happige Ausgabeaufschläge von fünf Prozent. Außerdem wird oft noch eine Gebühr fürs Depot verlangt, das beim Fondssparen nötig ist.

Gibt es günstige Alternativen?

„Wer auf ETF-Fonds setzt, kommt besonders günstig weg“, sagt die Verbraucherzentrale NRW. Diese Fonds kommen ohne teures Management aus, das die Aktien auswählt. Sie bilden einen Index ab wie den deutschen Dax oder den MSCI World, der die weltgrößten 1600 Aktiengesellschaften umfasst. Beim Fondssparen müssen sich die Arbeitnehmer eine Bank suchen, die Fondsanteile kaufen und verwalten. ETFs bieten sie vergleichsweise selten an. Günstige Konditionen für den Kauf der Fondsanteile konnte hier ebase vorweisen, so die Verbraucherzentrale NRW. Sowohl über Vermittler als auch beim Direktabschluss bei der ebase-Eigenmarke finvesto verlange die Bank nur 0,2 Prozent der Sparrate als Entgelt. Diese Depotbank empfiehlt auch das Portal Finanztip. Volksbanken und Sparkassen bieten über ihre Partner Union-Investment und Deka gemanagte Fonds an. Sie lassen beim Ausgabeaufschlag von in der Regel fünf Prozent bei Aktienfonds nicht mit sich reden. Außerdem werden fast immer noch zwischen neun und 12,50 Euro pro Jahr für die Depotverwaltung fällig.

Wie viel Geld bringt ein VL-Vertrag?

In VL-Verträgen wird in der Regel sechs Jahre lang eingezahlt. Ein weiteres Jahr ruht der Vertrag. Wie viel Geld sich so ansammelt, hängt zum einen von der Sparform ab. Bei Bankspar- oder Bausparvertrag lässt sich das noch recht leicht ausrechnen. Wie sich die Aktienmärkte in den kommenden sechs Jahren entwickeln, ist kaum abzuschätzen. Es kann auch sein, dass der Sparer am Ende der Laufzeit weniger Geld im Depot hat, als er eingezahlt hat. Er muss dann allerdings die Fondsanteile nicht verkaufen, sondern kann auf bessere Börsenzeiten hoffen.

Mehr von GA BONN