Kommentar zum Urlaubsgeld: Ungerechte Verteilung

Kommentar zum Urlaubsgeld : Ungerechte Verteilung

Die ungleiche Einkommensverteilung setzt sich beim Urlaubsgeld fort. Doch Gewerkschaften haben in einigen Branchen nicht mehr viel zu melden, kommentiert GA-Korrespondent Wolfgang Mulke.

Die Verteilung des Urlaubsgelds spiegelt die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt wider. In großen Betrieben, im Westen, für Männer und für qualifizierte Beschäftigte gibt es mehr Geld für die Ferienzeit. Frauen in sozialen Berufen, Ostdeutsche und Mitarbeiter kleiner Firmen müssen mit einem kleinen Zuschuss oder gar keiner Sonderzahlung rechnen. Die insgesamt ungerechte Einkommensverteilung setzt sich beim Urlaubsgeld fort.

Die jüngste Studie dazu gibt allerdings auch einen Hinweis darauf, wie sich die Ungleichheit verringern ließe. Denn es hängt auch stark von der Tarifbindung der Betriebe ab, ob es eine Sonderzahlung gibt und wie hoch sie ausfällt. In den Firmen, die sich aus der Tarifpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften verabschiedet haben, bekommen Arbeitnehmer oft weniger.

Es lohnt sich offensichtlich für die Unternehmen, wenn sie ihre Arbeitsbedingungen mit den Arbeitnehmern direkt aushandeln. Die Gewerkschaften haben in einigen Branchen und vielen Betrieben nicht mehr viel zu melden. Zu gering ist dort ihre Mitgliederbasis. Insofern tragen die Belegschaften eine Mitverantwortung für ihre Benachteiligung gegenüber den tariflich bezahlten Kollegen.

Insbesondere für junge Beschäftigte sind die verstaubt anmutenden Organisationen unattraktiv. Sie stehen vor denselben Problemen wie die Volksparteien: Sie erreichen ihr Klientel nicht mehr. So wird sich an der Ungleichheit bei der Bezahlung in absehbarer Zeit nichts ändern.

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