GA-Interview mit Dirk Wössner: Telekom-Vorstand: Tiefbau-Markt extrem angespannt

GA-Interview mit Dirk Wössner : Telekom-Vorstand: Tiefbau-Markt extrem angespannt

Dirk Wössner, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, möchte Glasfaserleitungen auch oberirdisch verlegen. „Wir werden die ehrgeizigen Ziele in Sachen Netzausbau nicht erreichen, wenn wir weiter produzieren und ausbauen wie seit Jahren“, sagte Wössner im GA-Interview.

Dirk Wössner ist seit 2018 Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom. Als Chef von Telekom Deutschland sind der Ausbau des Fest- und Mobilfunknetzes wesentliche Themen für ihn.

Die Deutschen sind immer länger online. Wird es eng im Netz?

Dirk Wössner: Nein, wir sehen, dass der Verkehr in den Netzen pro Jahr um 40 bis 50 Prozent wächst. Das berücksichtigen wir beim Netzausbau und investieren kräftig.

Laut Messungen der Bundesnetzagentur bekommen nur 13 Prozent der Anschlussinhaber in Deutschland die mit dem Anbieter vereinbarte Maximalgeschwindigkeit oder mehr. 71,3 Prozent kamen wenigstens auf die Hälfte. Verstehen Sie den Frust von Kunden?

Die Bundesregierung hat den Ausbau der Glasfasernetze als eine Priorität in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten: Bis 2025 wird eine flächendeckende Versorgung mit Gigabit-Netzen angestrebt.Ist das realistisch?

Was ist denn noch nötig?

Wie entwickeln sich die Engpässe im Tiefbau, die das Verlegen von Kabeln verzögern?

Ihr Konkurrent Vodafone fordert mehr Engagement des Staates für den Ausbau der Breitband-Kabelnetze in Deutschland. Wie in Spanien und Portugal soll der Staat Leerrohre verlegen, und jeder Anbieter dürfte dann seine Kabel durch diese Rohre ziehen. Eine gute Idee?

In etlichen lukrativen Großstädten sinkt der Marktanteil der Telekom. In Teilen Hamburgs sind es offenbar nur noch von 15 Prozent. Werden Sie in Großstädten zur SPD des Telekommunikationsmarktes?

Stichwort 5G-Auktion: Die Preise für die Frequenzen steigen immer weiter. Müssen Sie jetzt an anderen Stellen sparen, um die Lizenzen kaufen zu können?

Was ist dann der nächste Schritt für Ihr Unternehmen, wenn die Auktion vorbei ist?

Bis 2025 sollen 99 Prozent der Bevölkerung und über 90 Prozent der Fläche Deutschlands den Telekom-Plänen nach mit 5G versorgt sein. Funktioniert das mit dem derzeitigen Tempo beim Bau von Antennenstandorten?

Beim National Roaming geht es darum, dass in Gegenden mit vielen Funklöchern die Mobilfunk-Provider ihre Netze auch für Kunden der Wettbewerber öffnen, die in dieser Region eigentlich keinen Empfang haben. Warum sind Sie gegen eine solche Regel?

Die EU-Kommission prüft die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone. Finden Ihre Bedenken gegen die Übernahme Gehör?

Die Bundesnetzagentur will für das Glasfasernetz die Regulierung lockern und sich auf die Rolle eines Schiedsrichters beschränken. Warum kritisiert die Telekom das?

Die gefühlte Servicequalität ist bei vielen Telekom-Kunden nicht gut. Mit einer strategischen Offensive und einem Geschäftsführer für das Thema soll sich das ändern. Wie geht es voran?

Für die 62 000 Telekom-Deutschland-Mitarbeiter gab es 2017 und 2018 große Umstrukturierungen. Fast jeder dritte Mitarbeiter wurde einer neuen Einheit zugeordnet. Hat alles gut geklappt?

Warum sollen sich Telekom-Mitarbeiter keine Diensthandys des chinesischen Anbieters Huawei mehr aussuchen?

Die politische Debatte berührt ja auch auf die Frage, ob die Huawei-Technik im Telekom-Netz weiter eingesetzt wird.

Vor anderthalb Jahren sind Sie aus Kanada nach Bonn zurückgekommen. Was ist für Sie der größte Unterschied?

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