Black Friday und Cyber Monday: Schnäppchenjagd mit Hindernissen

Black Friday und Cyber Monday : Schnäppchenjagd mit Hindernissen

Immer mehr Händler werben mit Rabatten an Black Friday und Cyber Monday. Verbraucherschützer raten zu Vorsicht, nicht alle Angebote halten, was sie versprechen.

Heute feiern die Amerikaner noch im Kreise der Familie bei gebratenem Truthahn „Thanksgiving“, am morgigen Freitag verfallen sie in eine Art kollektiven Kaufrausch. Der sogenannte „Black Friday“ nach Feiertag gilt in den USA traditionell als Start des Weihnachtsgeschäfts und lockt mit zahlreichen Rabattaktionen Kunden in Läden und Onlineshops.

Auch in Deutschland werben immer mehr Händler mit Sonderaktionen am morgigen Freitag, dem folgenden Montag, in den USA als Cyber Monday oder gleich der gesamten kommenden Woche. „Der Trend schwappt aus Amerika zu uns und wird auch hier in der Region bei Einzelhändlern mit Ladengeschäften immer mehr angenommen“, sagt Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbands Aachen Düren Köln. Früher habe es in der Branche noch für Entrüstung gesorgt, wenn ein Händler seine Ware vor Weihnachten reduzierte, „heute ist das gang und gäbe.“

So finden Sie am Black Friday die besten Schnäppchen

Vor allem die großen Filialketten hoffen darauf, dass der US-Schnäppchentag auch bei deutschen Kunden Anklang findet: Galeria Kaufhof etwa ist nach eigenen Angaben 2014 nur in seinem Online-Shop mit Black Friday und Cyber Monday gestartet. Seit vergangenem Jahr habe man die Aktion auch auf die Filialen ausgeweitet, teilte die Kölner Unternehmenszentrale mit. Zu Umsätzen durch die Sonderaktionen will man sich bei Kaufhof nicht äußern. Als Pionier des Black Friday gilt in Deutschland der US-Online-Handelsgigant Amazon, der seine Kunden zur „Cyber Woche“ ab sechs Uhr morgens mit einer Mischung aus Angeboten von der Bohrmaschine bis zum Kinderschuh bedient.

Insgesamt mehr als eine Milliarde Euro werden die deutschen Einzelhändler noch Schätzung des Handelsportals Retailmenot am kommenden Freitag und Montag umsetzen. Ob die Geschäftsleute sich mit einer Rabattschlacht schon vor Beginn des Weihnachtsgeschäftes einen Gefallen tun, bezweifeln Experten allerdings. Viele Kunden zögen ihre Weihnachtseinkäufe durch die Rabattaktion einfach vor, warnt Tim Brzoska von der auf Preisfindung spezialisierten Bonner Unternehmensberatung Simon-Kucher. Den Händlern entgingen durch die Preisnachlässe Gewinnmargen. „Händler hierzulande sollten sich gut überlegen, ob und wie sie beim Black Friday mitmischen wollen, denn gerade in der Weihnachtszeit ist die Zahlungsbereitschaft der Kunden hoch“, lautet sein Fazit.

Und auch die Kunden laufen Gefahr, dass sich der Black Friday als schwarzer Tag entpuppt. Die versprochene Rabatte sind häufig keine, warnt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Viele Rabatte basieren auf unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) des Herstellers.“ Doch schon ohne Rabatte lägen die realen Verkaufspreise im Handel meistens unter dieser Herstellerempfehlung. Tryba rät deshalb vor dem Kauf zum Preisvergleich, um einen Überblick über den üblichen Preis eines Produktes zu bekommen. Preissuchmaschinen im Netz helfen dabei. Tryba rät zur Recherche bei mindestens zwei Anbietern.

Eine weitere Falle bei der Online-Schnäppchenjagd: Psychologische Tricks wie angeblich geringe Bestände oder ablaufende Uhren, die zum Kauf drängen sollen. „Niemals unter Druck setzen lassen“, empfiehlt Tryba. Schnäppchen gebe es immer irgendwo. Wer trotzdem kauft, hat bei einem bösen Erwachen immer noch das Widerrufsrecht auf seiner Seite. Bis 14 Tage nach Erhalt der Ware können online gekaufte Produkte zurückgesandt werden. Dabei ist wichtig, Einkäufe nicht kommentarlos zurückzusenden, sondern den Widerruf schriftlich zu erklären. „Zu beachten sind hierbei auch mögliche anfallende Versandkosten“, sagt Tryba.