Kommentar zum Ende der 5G-Auktion: Schlüssel zur Zukunft

Kommentar zum Ende der 5G-Auktion : Schlüssel zur Zukunft

Die längste Auktion von deutschen Mobilfunkfrequenzen ist beendet. Wie sehr die Deutschen allerdings von den Einnahmen profitieren, ist unklar. Ein Kommentar von Claudia Mahnke.

Der Kampf um die Frequenzen war härter als erwartet. Erst nach 497 Runden waren die Kräfte und die Finanzen erschöpft. Alle vier Teilnehmer an der 5G-Auktion haben Frequenzen ersteigert. Damit steht der Mobilfunkmarkt durch den Neueinstieg von United Internet vor einer Belebung des Wettbewerbs. Seit der Fusion von O2 und E-Plus 2015 waren nur noch drei Netzbetreiber auf dem deutschen Markt aktiv.

Mit den Einnahmen in Höhe von fast 6,6 Milliarden Euro will der Bund einen Investitionsfonds einrichten, der für eine öffentliche Förderung von Glasfaseranschlüssen und für Investitionen in die digitale Infrastruktur von Schulen gedacht ist.

Wie viel die Deutschen davon profitieren, wird stark von der Ausgestaltung des Fonds abhängen. Das hat die Erfahrung mit den Förderprogrammen zum Ausbau des Breitbandnetzes im ländlichen Raum gezeigt. Dort waren Programme teils so kompliziert gestrickt, dass die Fördermittel lange nicht verteilt wurden.

Die vier Erwerber der 5G-Frequenzen – neben United Internet sind das Telekom, Vodafone und Telefónica – müssen Gas geben: Bis Ende 2022 sollen mindestens 98 Prozent der Haushalte mit schnellem mobilen Internet versorgt werden, hat die Bundesnetzagentur als Vorgabe gemacht. Der rasche Ausbau ist die Voraussetzung dafür, dass Deutschland bei dieser Schüsseltechnologie nicht ins Hintertreffen kommt.

Die Vorgaben sehen vor, dass Netzbetreiber in Gebieten, in denen sich der Ausbau durch eine einzelne Firma wirtschaftlich nicht lohnt, zusammenarbeiten. Die Kooperation wird auf dem Mobilfunkmarkt eine ungewohnte Übung. Bislang haben sich die Anbieter auf die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter für Marktregeln zurückgezogen. Erst einmal ist Streit absehbar.

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