Kommentar zu Manager-Gehältern: Richtige Richtung

Kommentar zu Manager-Gehältern : Richtige Richtung

Es braucht die öffentliche Debatte über die Gehälter der Vorstandsetagen. Denn diese hat auch Regelungen wie die Höchstgrenze hervorgebracht.

Immer wieder muss man den Neid unterdrücken, wenn von Vorstandsgehältern die Rede ist. Gut so. Denn darum geht es nicht. Es geht zunächst mal darum, gutes Personal zu gewinnen. Wenn das nur mit Geld möglich ist – bitte schön. Doch wird man auch eine Debatte um diese Gehälter zulassen müssen, auf jeden Fall unter Aktionären, aber auch in der gesamten Gesellschaft. Denn die kann in ihrem Zusammenhalt bedroht werden, wenn einige abheben.

Da gibt es nicht unbedingt Gutes, aber doch in die richtige Richtung Gehendes zu berichten. Vorstandsgehälter wachsen langsamer als normale Bruttogehälter. Die Spreizung zwischen „oben“ und „unten“ geht zurück. Das liegt daran, dass Unternehmen mehr Einblick als früher in die Gehaltskonten ihrer Vorstände geben (müssen). Öffentliche Debatten haben gesetzliche Vorschriften und Empfehlungen eines Rates für gute Unternehmensführung hervorgebracht.

Sie betreffen nun die Höchstgrenze des Jahresgehalts. Zehn Millionen Euro setzen sich langsam durch, obwohl noch vertragliche Obergrenzen (etwa beim SAP-Chef) von gut 40 Millionen Euro gelten. Auch werden die Gehaltsgrundsätze zunehmend so formuliert, dass nicht der schnelle Euro, sondern der nachhaltige Erfolg die Entlohnung bestimmt. Bald kommen Klauseln, Erfolgsprämien wieder zurückzufordern, wenn der Erfolg sich nicht einstellt.

Das bewegt sich alles in die richtige Richtung. Dass einige Unternehmen, zum Beispiel BMW oder Springer, die Transparenzgebote nur nachlässig oder gar nicht befolgen, zeigt: Der Druck muss bleiben. Denn am Unternehmenserfolg sollen alle teilhaben. Gern die Chefs, aber auch die Kunden, Mitarbeiter, Eigentümer. Und der Staat als derjenige, der die Infrastruktur bereitstellt, der auch.