Kommentar zu Insektiziden: Rasch und klar

Kommentar zu Insektiziden : Rasch und klar

Lange hat die EU um den Einsatz von Neonikotinoiden auf den Äckern gerungen. Nun haben sich die Länder für ein Verbot entschieden. Das war überfällig. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

Das Summen auf deutschen Feldern wird also nicht verstummen. Die rasche und klare Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten ist keine Überraschung. Zu deutlich und einhellig belegten die Forschungen, dass die drei Insektizid-Wirkstoffe regelrechte Bienenkiller sind. Auch wenn die Landwirte Präparate zum Schutz ihrer Nutzpflanzen brauchen, an einem bedenkenlosen Umgang mit den Neonikotinoiden kann auch ihnen nicht gelegen sein. Zu sehr sind ihr Erträge von der Bestäubung durch die Bienen abhängig. Die drei jetzt verbotenen Wirkstoffe galten lange als verhältnismäßig preiswert und effizient. Nun müssen sich die Erzeuger umstellen und sie brauchen dabei die Forschung, die ihnen vergleichbare Stoffe anbietet, ohne einen Kahlschlag bei den wichtigen Insekten anzurichten.

Den gab es. Zahlen belegen, dass zeitweise statt der für einen Winter üblichen fünf Prozent der Bienenvölker bis zu 30 Prozent pro Jahr verendeten. Dabei erwirtschaften Bienen weltweit eine Wertschöpfung von bis zu 200 Milliarden Euro im Jahr, haben französische Forscher ausgerechnet. So wie der Kampf gegen das Bienensterben gelaufen ist, würde man sich auch das Krisenmanagement in anderen Fällen wünschen.