Kommentar zu Renault und Fiat-Chrysler: Nicht nur Vorteile

Kommentar zu Renault und Fiat-Chrysler : Nicht nur Vorteile

Die höheren Verkaufszahlen senken die Entwicklungskosten pro Fahrzeug, versprechen einen profitableren Einsatz des Kapitals und mehr Gewinn. Für die Verbraucher muss sich das nicht positiv auswirken.

Fusionen und Kooperationen von Konzernen dienen in erster Linie diesen selbst. Das dürfte bei der Liaison der Autohersteller Renault und Fiat-Chrysler ebenso sein – wenn sie denn kommt. Vorteile für die Verbraucher und Regierungen sind dagegen nicht so sicher.

Sollten Renault aus Frankreich und das italienisch-amerikanische Konglomerat Fiat-Chrysler ihre Geschäfte zusammenlegen, entsteht ein weltumspannender Konzern mit Marktzugang aus einer Hand. Schon heute bedient Renault nicht nur Europa, sondern zusammen mit seinen Partnern Nissan und Mitsubishi auch Asien.

Das Amerika-Geschäft von Fiat Chrysler käme noch hinzu. Die höheren Verkaufszahlen senken die Entwicklungskosten pro Fahrzeug, versprechen einen profitableren Einsatz des Kapitals und mehr Gewinn. Für die Verbraucher muss sich das nicht positiv auswirken. Wenn eine kleine Anzahl großer Firmen den Markt dominiert, zahlen die Kunden oft drauf. Und auch Regierungen haben das Nachsehen. Ihnen gehen beispielsweise Steuereinnahmen verloren, weil globale Unternehmen sich den für sie günstigsten Steuerstandort suchen. Bei Renault und Fiat- Chrysler könnten das wieder die Niederlande werden.

Dennoch: Am Ende könnte diese spezielle Autofusion auch Vorteile für die Käufer und die Allgemeinheit bereithalten. Auf dem globalen Automarkt herrscht ein hoher Wettbewerb, wobei niemand so recht dominiert. Kooperationen wie zwischen Renault und Fiat-Chrysler ermöglichen es hoffentlich, dass schneller klimafreundliche Elektrofahrzeuge in großer Zahl auf die Straßen kommen, deren isolierte Entwicklung für die einzelnen Unternehmen zu kostspielig und langwierig wäre.

Mehr von GA BONN