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Kommentar zur Künstlichen Intelligenz: Nicht ausreichend

Kommentar zur Künstlichen Intelligenz : Nicht ausreichend

Deutschland muss sich wesentlich mehr anstrengen, wenn es bei Künstlicher Intelligenz im globalen Wettbewerb eine Rolle spielen will, meint unser Autor.

Viele Bundesbürger verbinden mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz auch Ängste. Bleibt mein Arbeitsplatz erhalten? Muss ich umlernen? Gibt es noch mehr Überwachung, noch gezieltere Werbung? Klar ist, dass nicht jeder profitieren wird. Doch ebenso klar ist: Ein Land, dessen Wohlstand auf der Leistung seiner Ingenieure beruht, darf den Trend nicht verpassen.

Die Frage ist nicht, ob die KI kommt. Unklar ist nur noch, wann, in welchem Umfang und mit welchen Auswirkungen. Wie in fast allen heute relevanten Fragen fallen die Entscheidungen nicht in Berlin, sondern es laufen globale Entwicklungen ab, denen sich kein einzelner Akteur entziehen kann. Auch China, das Vorreiter sein will, sieht sich hier als Getriebener. Umso wichtiger ist es, dass Deutschland vorne mitspielt. Nur so lässt sich ein Rest an Mitgestaltung sichern, und nur so profitieren die Menschen hierzulande von der positiven Seite, dem Wohlstandsgewinn. Nicht zu vergessen: KI hat auch militärische Anwendungen. Ein fortschrittliches Land muss etwa in der Lage sein, seine Anlagen gegen hyperintelligente Hackersoftware zu schützen. Wer nicht dabei ist, wird angreifbar und fällt zurück.

Die Bundesregierung will nun drei Milliarden Euro für die KI-Förderung bereitstellen. Drei Milliarden für eine Technik, deren Bedeutung mit der Dampfkraft oder der Einführung des PCs vergleichbar ist? Auch die vielfache Summe wäre immer noch gut angelegtes Geld.