Kommentar zum ADAC: Neuausrichtung ist fällig

Kommentar zum ADAC : Neuausrichtung ist fällig

Der ADAC ist als Sprachrohr der Autofahrer zu sehr in der Vergangenheit verhaftet. Die Gesellschaft entwickelt ein neues Bewusstsein für Mobilität, also muss es auch der ADAC tun. Ein Kommentar.

Es läuft nicht rund beim ADAC. Im Pannen-Check fallen ein paar Punkte auf, die den Autofahrerclub nicht gerade überzeugend dastehen lassen. Die Finanzlöcher wären zu nennen, die mageren Abstimmungsergebnisse für die Führungsspitze bei der Hauptversammlung, die Streitigkeiten zwischen einigen Regionalclubs und der Zentrale, aber auch Zukunftsstrategien, die dem veränderten Mobilitätsverhalten Rechnung tragen. An dieses Thema tastet sich der ADAC bislang nur zögerlich heran.

Auf der Habenseite stehen sicherlich die steigenden Mitgliederzahlen – ein Indiz dafür, dass der ADAC die Vertrauenskrise infolge des Manipulations-Skandals um die Vergabe des renommierten Preises „Gelber Engel“ ein Stück weit hinter sich gelassen hat. Darauf wird sich der Club allerdings kaum ausruhen können. Denn die Mobilität verändert sich rasant, nicht nur im technischen Sinne. Die Gesellschaft entwickelt ein neues Bewusstsein, also muss es auch der ADAC tun.

Das eigene Auto ist für Verkehrsteilnehmer in Zukunft nicht mehr das Non-plus-Ultra. Es geht immer mehr darum, möglichst schnell von A nach B zu gelangen – egal, mit welchem Verkehrsmittel. Der Nutzen eines Autos wird wichtiger als das Besitzen. Stichwort Carsharing. Hinzu kommt, dass viele Jüngere – insbesondere die Generation der 20- bis 30-jährigen in den Städten – gar nicht mehr den Führerschein machen wollen.

Antwort kann auf die Dauer nur eine Neuausrichtung des ADAC sein: weniger Autofahrer-Lobby, mehr Dienstleister in Mobilitätsfragen.

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