Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Merkel will Fachkräfte aus Indien nach Deutschland holen

Fachkräfteeinwanderungsgesetz : Merkel will Fachkräfte aus Indien nach Deutschland holen

Der zweite Tag von Merkels Besuch in Indien steht im Zeichen der Wirtschaftsbeziehungen. Merkel kündigte Erleichterungen für die Zuwanderung von Fachkräften aus Indien nach Deutschland an sowie mehr Unterstützung für investitionswillige Unternehmer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einer Rede vor der Deutschen Außenhandelskammer in Neu Delhi angekündigt, die Bedingungen für die Zuwanderung von Fachkräften aus Indien zu verbessern. Ihr Vorschlag sei es, dass die Außenhandelskammer künftig Anlaufpunkt für diejenigen sein soll, die als Fachkräfte kommen wollen. Die Kanzlerin verwies auf das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz als Grundlage. „Wir werden da einen Mechanismus aufsetzen, dass es ab März funktioniert“, betonte die Kanzlerin. So sollen Außenhandelskammer und Botschaft gemeinsam bürokratische Hürden für die Erteilung von Visa beseitigen und damit insbesondere die Wartefristen verkürzen. „Ich könnte mir vorstellen, dass es auch Interesse in Indien gibt, Fachkräfte nach Deutschland zu schicken“, betonte die Kanzlerin. Eine Zahl wieviele Fachkräfte in welchen Berufen gebraucht werden, nannte sie nicht.

Auch die Zahl indischer Studenten in Deutschland sollte aus Sicht Merkels weiter steigen. Aktuell sind es 20.000. In Deutschland gebe es inzwischen auch zahlreiche englischsprachige Lehrpläne an Universitäten, so dass die Sprachbarriere kleiner geworden sei, warb Merkel.

Die Kanzlerin besucht im Rahmen deutsch-indischer Regierungskonsultationen für zwei Tage das 1,3 Milliarden Einwohner große Land. Hauptanliegen ist es, die wirtschaftlichen Beziehungen zu verbessern. Begleitet wird die Kanzlerin von einer Reihe investitionswilliger Mittelständler, die auf den Abbau bürokratischer Hürden hoffen. Auch für sie kündigte Merkel direkte Vermittlung über die deutsche Botschaft in Indien an. Die Kanzlerin versprach zudem eine Neuregelung zum Schutz deutscher Investitionen in Indien.

Für bessere gemeinsame Handelsbeziehungen will die Bundesregierung auch einen neuen Anlauf für ein europäisch-indisches Freihandelsabkommen nehmen. Zuletzt waren diese Bemühungen an Streitfragen über landwirtschaftliche Produkte und öffentliches Beschaffungswesen gescheitert. So ergeben sich Handelshürden beispielsweise, wenn in Indien Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die in der EU verboten sind. Wegen des Einsatzes dieser Gifte ist zurzeit beispielsweise die Einfuhr von indischem Basmati-Reis nach Deutschland nicht gestattet. Umgekehrt fordern die Inder eine antibakterielle Begasung von Weizen, bevor er importiert werden darf. Die Anwendung der dafür notwendigen Mittel sind aber in der EU verboten.

Investieren will Deutschland in Indien in klimafreundliche Verkehrsprojekte. Während Merkels Aufenthalt in Neu Delhi litt die Stadt unter Rekordwerten von Feinstaubbelastung. Neu Delhi ist weltweit die Stadt mit der höchsten Feinstaubbelastung überhaupt.

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