Lebensversicherungen stabilisieren sich: Lebenspolicen: Licht am Ende des Tunnels

Lebensversicherungen stabilisieren sich : Lebenspolicen: Licht am Ende des Tunnels

Die Überschussbeteiligung und Verzinsung haben sich stabilisiert. Für Kunden und Versicherer soll das, das "Licht am Ende des Tunnels" sein. Wir erklären die Gründe.

Überschussbeteiligung und Verzinsung in der Lebensversicherung haben sich stabilisiert. „Für 2019 beobachten wir erstmals seit Jahren auf breiter Linie stabile Zinsdeklarationen“, sagte Reiner Will, Geschäftsführer der Rating-Agentur Assekurata, am Donnerstag in Köln. Für alle Produktarten und Tarifgenerationen liege die laufende Verzinsung klassischer Policen mit durchschnittlich 2,84 Prozent auf Vorjahresniveau.

Das wird nicht zuletzt damit erklärt, dass Lebensversicherer nicht mehr so viele Zinszusatzreserven für ältere Verträge mit hohen Garantiezinsen bilden müssen. Die Berechnungsmethode wurde deutlich entschärft, sodass laut Assekurata 2018 nur sechs Milliarden Euro (statt 20 Milliarden Euro nach der alten Methode) zusätzlich zurückgestellt werden mussten. Das kommt den Erträgen und der Überschussbeteiligung zugute. Will: „Damit zeichnete sich für Kunden und auch Versicherer Licht am Ende des Tunnels ab.“

Neben den klassischen Policen mit durchgehender Zinsgarantie (derzeit maximal 0,90 Prozent, vielfach aber darunter) machen sich Produkte mit veränderten und reduzierten Garantien immer breiter. So wird beispielsweise garantiert, dass 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Bruttobeiträge zur Verfügung stehen, wenn die Rente fällig ist. Aber auch hier gibt es nach Assekurata-Erhebungen Einschränkungen. Die Höhe der Bruttobeitragsgarantie, sofern sie überhaupt gewährt wird, ist von der Länge der Ansparzeit abhängig. Einige Versicherer verlangen, dass der Kunde 35 Jahre lang einzahlt, ehe die Garantie des Beitragserhalts greift. Bruttobeitragsgarantie bedeutet ja, dass die aus den Beiträgen zu finanzierenden Kosten für Vertrieb, Verwaltung und Risikoabsicherung durch Kapitalerträge mindestens kompensiert werden. Und das kann dauern.

Rentenversicherung dominiert im Neugeschäft

Bei Index-Policen kann sich der Kunde seine Überschussbeteiligung gutschreiben lassen, sie aber auch in eine Börsen-Index-Anlage stecken. Bei einem Dax-Minus von 18 Prozent war das 2018 kein gutes Geschäft. Verluste beschränken sich für den Kunden auf das eingesetzte Guthaben, Index-Gewinne (wie 2017) werden gedeckelt weitergegeben.

Im Neugeschäft der Lebensversicherer dominiert aktuell die private Rentenversicherung. Über alle einschlägigen Tarife hinweg sieht Assekurata als gemeinsame Klammer die garantierte lebenslange Mindestrente. Die kann allerdings unterschiedlich hoch sein. Der Kunde tut daher gut daran, die Mindestrente ins Verhältnis zu seinem Beitrag zu setzen.