Bundesnetzagentur zu Internetanschlüssen: Konkrete Vorgaben für Internetgeschwindigkeit

Bundesnetzagentur zu Internetanschlüssen : Konkrete Vorgaben für Internetgeschwindigkeit

Die Bonner Behörde legt einen Regelungsentwurf vor. Unternehmen können bis zum 10. Mai Stellung beziehen. Was Verbraucherschützer sagen.

Die Bundesnetzagentur will Nägel mit Köpfen machen. Nachdem Tests der Behörde große Leistungsschwankungen bei Internetanschlüssen festgestellt hatten, will die Netzagentur künftig konkrete Vorgaben machen, welche Anforderungen Internetanbieter erfüllen müssen. „Wir wollen festlegen, ab welcher Abweichung von der angegebenen Maximalgeschwindigkeit eine Ordnungswidrigkeit vorliegen könnte“, erklärte ein Sprecher der Netzagenturgestern in Bonn.

Heutzutage werben Anbieter von Internetanschlüssen mit „bis zu“-Geschwindigkeiten, was ihnen gegenüber dem Kunden einen großen Spielraum gibt. Die Netzagentur will nun festschreiben, dass sie eine Normalgeschwindigkeit angeben, die in einem Messzeitraum in 90 Prozent der Fälle erreicht werden muss, und zwar ohne Abschläge.

Die Maximalgeschwindigkeit soll mindestens einmal wenigstens zu 90 Prozent erreicht werden, während die Mindestgeschwindigkeit nicht unterschritten werden darf. Sind die Kunden mit der Leistung ihres Anschlusses nicht zufrieden, sollen sie per LAN-Kabel an zwei Tagen jeweils zehn Messungen vornehmen müssen. Dafür will ihnen die Netzagentur eine „installierbare Version“ zur Verfügung stellen, mit denen sie die Tests machen können.

Unternehmen und Interessenverbände haben nun bis zum 10. Mai Zeit, Stellung zu dem Regelungsentwurf der Netzagentur zu nehmen. Die Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf begrüßte die Pläne der Netzagentur. Sie mahnte eine verbraucherfreundliche Ausgestaltung der Tests an.