Kommentar zum Azubi-Mindestlohn: Investition in den Nachwuchs

Kommentar zum Azubi-Mindestlohn : Investition in den Nachwuchs

Der geplante Mindestlohn für Auszubildende bringt den Betrieben Mehrkosten. Doch kann er einen Beitrag dazu leisten, Nachwuchs zu finden - der ist schließlich rar. Ein Kommentar.

Der geplante Mindestlohn für Auszubildende wird den allgemeinen Nachwuchsmangel in den Betrieben zwar nicht flächendeckend beheben, aber er ist ein Schritt in die richtige Richtung. Er würde jene Ausbildungsberufe attraktiver machen, die bislang unter dem Niveau der Mindestausbildungsvergütung liegen. Auch könnte er dazu beitragen, dass die Abbrecherquote gesenkt wird. Ob ein Azubi bei der Stange bleibt, hängt nicht zuletzt vom finanziellen Rahmen ab.

Sicher: Wenn die Ausbildung teurer wird, müssen die Betriebe Mehrkosten schultern. Dazu gehört beispielsweise das Handwerk, das laut einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung betroffen wäre. So wundert es nicht, dass der Zentralverband des Deutschen Handwerks die Einführung des Azubi-Mindestlohns kritisch sieht.

Auf der anderen Seite beklagt das Handwerk aber auch ständig den Mangel an Nachwuchskräften. Viele Traditionsberufe verzeichnen tatsächlich einen dramatischen Schwund, was Auszubildende angeht.

Der Mindestlohn wäre ein Mittel, um die Nachfrage aufseiten junger Menschen wieder stärker anzukurbeln. Dass Betriebe wegen des Mindestlohns das Ausbildungsangebot verknappen, ist dagegen nicht zu erwarten. Gerade im Handwerk laufen die Geschäfte gut, die Auftragsbücher sind voll. Unter diesen Vorzeichen sollte es den Unternehmen nicht allzu schwer fallen, in Nachwuchs zu investieren.

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