Analyse: Immobilienpreise in den Städten ziehen weiter an

Analyse : Immobilienpreise in den Städten ziehen weiter an

In gefragten Großstädten werden Eigentumswohnungen und Häuser immer teurer - dort und inzwischen auch im Umland. Besonders hochpreisig sind nach einer Auswertung von Immowelt München und Region. Köln und Bonn liegen im oberen Drittel.

Immobilien in deutschen Großstädten sind auch im Jahr 2018 teurer geworden. Das zeigt eine Analyse des Internetportals Immowelt, das die Preisentwicklung in 80 Kommunen mit mehr als 100 000 Einwohnern ausgewertet hat – darunter auch Köln und Bonn. Was das Preisniveau für Eigentumswohnungen und Häuser betrifft, liegen beide Städte im oberen Drittel.

In Bonn wurden 2018 für einen Quadratmeter im Durchschnitt 2710 Euro verlangt, was einer Steigerung von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Köln kam auf 3230 Euro pro Quadratmeter (plus acht Prozent), Düsseldorf auf 3320 Euro (plus neun Prozent). Spitzenreiter ist mit weitem Abstand München. Dort liegen die Kaufpreise mit 7140 Euro pro Quadratmeter auf einem neuen Rekordhoch. Es folgt Frankfurt am Main mit 4430 Euro pro Quadratmeter (plus zehn Prozent).

Nachfrage verlagert sich ins Umland

Doch sind längst nicht nur die Metropolen hochpreisig. Auch in ihrer Umgebung werden zum Teil happige Preise aufgerufen – besonders in der Region München. Ingolstadt etwa kommt auf einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4300 Euro (plus drei Prozent). Augsburg liegt laut Immowelt bei 3440 Euro, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Tief in die Tasche greifen müssen Käufer auch in anderen bayerischen Wirtschaftszenten: Erlangen gehört mit einem Quadratmeterpreis von 3730 Euro zu den teuersten Städten. „Grund für diese Entwicklung ist auch, dass Erlangen der steigenden Nachfrage nach Kaufimmobilien nicht hinterherkommt, denn freie Grundstücke sind knapp“, teilte Immowelt mit. Beim Frankfurter Nachbarn Offenbach beträgt der Mittelwert 3110 Euro, das ist eine eine Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dass sich die Nachfrage von Großstädten ins Umland verlagert und auch dort Immobilien verteuert, lässt sich im Köln/Bonner Raum ebenfalls beobachten. Die dortigen Landkreise wurden in der Analyse von Immowelt zwar nicht untersucht. Jedoch zeigen die Auswertungen anderer Unternehmen und Einrichtungen regelmäßig, dass die Preise auch in den Speckgürteln steigen. Vor allem entlang der Rheinschiene sind Immobilien teuer geworden. Beispiel Niederkassel: In der Stadt zwischen Bonn und Köln lag nach Auswertung von KSK-Immobilien der Quadratmeterpreis für eine Bestandswohnung 2017 bei 2847 Euro – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Bundesweit zeigt die Auswertung von Immowelt ein starkes Preisgefälle. Am günstigsten sind Wohnungen und Häuser in ostdeutschen Städten und im Ruhrgebiet. Den größten Preissprung – 23 Prozent – verzeichnete Chemnitz, das mit einem Quadratmeterpreis von 1060 Euro aber weiter am unteren Ende der Skala liegt. Gelsenkirchen ist mit einem Quadratmeterpreis von 1000 Euro Schlusslicht unter den 80 untersuchten Städten. Datenbasis für die Immowelt-Analyse waren die Kaufpreise, die in 723 000 inserierten Angeboten aufgerufen wurden.

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