Verbrauchertipp: Hohe Beträge in eine Rente umwandeln

Verbrauchertipp : Hohe Beträge in eine Rente umwandeln

Hier ein paar Tipps, wie Menschen, die eine höhere Einmalzahlungen beispielsweise durch eine Lebensversicherung erhalten, in eine monatliche Zusatzrente umwandeln können.

Viele Menschen haben irgendwann ein Luxus-Problem: Sie haben zum Beispiel einen Batzen Geld aus einer Lebensversicherung bekommen oder einen sechsstelligen Betrag geerbt und fragen sich: Wie kann ich 50.000 oder 100.000 Euro in eine monatliche Zusatzrente umwandeln?

Sofortrente: Dabei zahlt der Kunde sein Kapital auf einen Schlag in eine private Rentenversicherung ein, die daraus monatlich bis zum Tod des Versicherten eine Zusatzrente überweist. Die Sofortrente kommt deshalb vor allem für Menschen in Frage, die ein sicheres Zusatzeinkommen benötigen. „Man muss aber schon sehr alt und deutlich über 90 werden, damit sich das wirklich lohnt und der Kunde über die Jahre mehr zurückbekommt, als er am Anfang eingezahlt hat“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Denn die Versicherer kalkulieren ein, dass ihre Kunden lange leben. Außerdem wird das eingesetzte Kapital bei neuen Verträgen nur noch mit 0,9 Prozent garantiert verzinst. Unterm Strich bedeutet das für einen 65-jährigen Kunden, der 100.000 Euro einzahlt, dass er auf eine garantierte Rente von lebenslang gut 300 Euro im Monat kommen kann. Überschüsse kämen womöglich obendrauf.

Attraktiver sind alte private Rentenpolicen aus den 80er und 90er Jahren oder entsprechende Verträge, die bis Ende 2003 abgeschlossen wurden. Damals lag der Garantiezins noch bei bis zu vier Prozent. Außerdem kalkulierten die Versicherer mit einer kürzeren Lebenserwartung.

Auszahlpläne von Bausparkassen und Banken:Dabei wird das eingezahlte Kapital bis zum Ende der Laufzeit verzehrt. Attraktiv können nach Berechnungen des Rentenexperten Werner Siepe noch die Angebote der Debeka und der Bausparkasse Mainz sein, zumindest für die Kunden, die sich lange genug binden. Bei den Mainzern belaufen sich die Zinsen von 1,0 bis 1,8 Prozent für Laufzeiten von 15 bis 30 Jahren (Stand: 9. 8. 2019). Zahlt bei der Bausparkasse ein 65-Jähriger 100.000 Euro ein, um sich davon 25 Jahre eine Zusatzrente auszahlen zu lassen, beläuft sich der Zinssatz auf 1,5 Prozent. Die Summe aller Auszahlungen liegt dann bei 119 835 Euro oder monatlich 399,45 Euro. Am Ende der Laufzeit ist das Geld allerdings verbraucht.

Fondsentnahmeplan:Wer höhere Renditen erzielen will, kann sein Geld in kostengünstige Indexfonds investieren und regelmäßig Fondsanteile verkaufen. Je länger dabei Einzahlphase und Laufzeit sind, desto besser stehen die Chancen für positive Renditen und desto geringer das Risiko. Mit solchen Auszahlplänen lassen sich deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit klassischen Auszahlplänen. Voraussetzung: Die Aktienmärkte entwickeln sich ähnlich positiv wie in den vergangenen 30 Jahren.

Die Reihe „Verbrauchertipp“ erscheint von heute an jeden Montag und bietet Service rund um Verbraucherthemen.