Verkaufsstart des IPhone X: Fans stehen vor Apple-Store Schlange

Verkaufsstart des IPhone X : Fans stehen vor Apple-Store Schlange

Zum Verkaufsstart des neuen iPhone X stehen die Menschen in der Frankfurter Innenstadt Schlange. Für die Wartenden gab es Kaffee und Wasser, einige waren nämlich bereits Stunden vor der Öffnung vor Ort.

Es ist kalt am Morgen in der Frankfurter Innenstadt, um halb acht sieht man nur vereinzelt Menschen auf den Straßen. Umso überraschender die gut 50 Meter lange Menschenschlange, die sich in einer der Fußgängerzonen gebildet hat. Die Wartenden harren der Öffnung des Apple-Shops um Punkt acht Uhr. Und sie können es kaum erwarten, das neue iPhone X endlich in den Händen zu halten. „Ich bin jetzt schon 24 Stunden hier draußen in der Kälte aber es hat die meiste Zeit viel Spaß gemacht mit den ganzen Leuten hier“, sagt Johannes. Der 28-Jährige Student hatte bislang seine neuen Telefone über das Internet bestellt. Aber einmal wollte er „dabei sein“. Auch im Apple-Shop war man die Nacht betriebsam, war auf den Ansturm vorbereitet. Kaffee hat es gegeben für die Wartenden, und Wasser. Und ja : Nicht zu vergessen natürlich Stromanschlüsse für das Aufladen der Handys der Apple-Fans.

Unterdessen studieren eine Straße weiter zur gleichen Zeit Händler und Analysten im Börsengebäude die Geschäftszahlen, die der Apple-Konzern aus dem amerikanischen Silikon Valley in der Nacht, quasi zusammen mit den neuen I-Phones, gleich mitgeschickt hat. Die können sich einmal mehr sehen lassen: In den vergangenen drei Monaten ist der Gewinn unter dem Strich um fast 20 Prozent gestiegen – auf 10,7 Milliarden Dollar. Die Umsätze sind um zwölf Prozent gestiegen. Und das ist nur der Blick in den Rückspiegel: Noch besser nämlich sind die Prognosen für die kommenden drei Monate, also das traditionell sehr starke Weihnachtsquartal.

Hier rechnet Apple mit einem Umsatz von bis zu 87 Milliarden Dollar – das wären rund eine Milliarde Dollar Umsatz jeden Tag. „Das sind einmal mehr glänzende Zahlen und Aussichten, die Apple heute geliefert hat“, sagt der Branchenanalyst Christoph Schmidt von Fegra Capital. Die Hälfte seiner Einnahmen fließen Apple übrigens Dank seines I-Phones zu. Doch auch die Apple-Uhr verkauft sich mittlerweile immer besser. Und der Konzern ist auch in anderen Bereichen gut aufgestellt. Mit Apple Pay hat das Unternehmen ein Zahlungssystem für Apple-Geräte entwickelt. Oder auch ein Musik-Abo um seine Lieblingssongs kaufen und anhören zu können.

Apple-Aktien haben Rekordhoch

Ein Digitales Ökosystem – so nennt man solche in sich und aufeinander abgestimmten digitalen Kommunikationswelten. Und die haben auch ihre Nachteile. Denn wenn das Smartphone zum Tellerrand wird, versperrt es die Sicht auf andere Dinge. „Wir haben die Gefahr dass wir in unseren kleinen Ökosystemen gefangen werden. Es gibt das Wort der Filter Bubble: Wir werden immer mehr gefangen in einem Rahmen, wo wir nur von Menschen hören, die wir gut kennen oder die unsere Meinungen teilen“, sagt Matthias Kettemann von der Goethe-Universität in Frankfurt. Kettemann hat gerade eine Empfehlung für den Europarat geschrieben – über den rechtlichen Umgang mit Konzernen, die digitale Dienstleistungen anbieten. Drei Kilometer weiter haben solche Fragen am Freitag Tag allerdings keine Rolle gespielt – weder bei Börsenhändlern, noch den wartenden Fans vor dem Apple-Shop.

Dort ist Johannes an diesem Morgen einer der Ersten, die wieder aus dem Shop heraus kommen, um das Handgelenk baumelt eine Tüte. Er wird von der wartenden Menge begrüßt, beklatscht, bejohlt. Und der Student ist sichtlich zufrieden. Ans Auspacken denkt er jetzt allerdings noch nicht. „Ich gehe jetzt erst mal nach Hause, dusche und schlafe. Auspacken – das mache ich in aller Ruhe heute Nachmittag.

Und die Börsenhändler? Die haben die Aufträge ihrer Kunden ausgeführt – kaufen. Apple-Aktien haben nach der neuen Rekordbilanz auch einen neuen Rekord erklommen. Und damit hat der Konzern in dieser Woche eine weitere Schallmauer durchbrochen: Rund 900 Milliarden Euro ist Apple an der Börse nun Wert. So wertvoll war bislang noch kein Unternehmen in der Wirtschaftsgeschichte.

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