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Kommentar zur Sixt-App: Chancen der Start-ups

Kommentar zur Sixt-App : Chancen der Start-ups

Das Geschäft der Mobilitätsplattformen erfordert spezifisches Knowhow, das Autobauer nicht automatisch mitbringen. Start-up-Mentalität hilft dabei, meint unser Autor.

Noch gibt es keine Roboterautos und die Märkte für Mobilitätsdienste der Zukunft sind erst im Entstehen. Glaubt man aber Branchenkennern, werden sie in den nächsten zwei bis vier Jahren verteilt. Stand heute gibt es dabei noch keinen wirklich weltweit aktiven Platzhirschen. In den USA sind das die beiden Börsenkandidaten Uber und Lyft, in China das dortige Pendant Didi Chuxing. In Europa gibt es noch keinen entsprechenden Champion, aber in Deutschland nun zumindest zwei Blöcke, die aus den Startlöchern kommen und beide auch globale Ambitionen haben. Das ist auf der einen Seite das mächtige Premiumduo BMW und Daimler sowie auf der anderen der eher schmächtige Mittelständler Sixt.

Reine Größenvergleiche lassen die Chancen des Autovermieters aus Pullach auf den ersten Blick aussichtslos und als zum Scheitern verurteilten Zwergenaufstand erscheinen. Aber wenn Märkte sich disruptiv ändern, sind erfahrungsgemäß die Großen nicht automatisch Sieger, sondern diejenigen die Zeichen der Zeit frühzeitig erkennen und schneller als andere Märkte besetzen. Das spricht für Uber, Lyft und Didi – aber auch für Sixt. Denn wenn sich die Visionen für die Mobilität der Zukunft bewahrheiten, werden künftig zwar weniger Autos verkauft, dafür aber immer mehr Kilometer. Mobilität wird vom Produkt und dessen Besitz zur Dienstleistung und Ökonomie des Teilens. Kunden nähert sich dieses Geschäft digital per Smartphone. Das erfordert spezifisches Knowhow, das Autobauer nicht automatisch mitbringen. Start-up-Mentalität hilft dabei. Die reklamiert Sixt für sich.