Kommentar zur 5G-Frequenzversteigerung: Bloß keine Lachnummer

Kommentar zur 5G-Frequenzversteigerung : Bloß keine Lachnummer

Eine gerichtlich angeordnete Verschiebung der Auktion wäre für den Wirtschaftsstandort Deutschland die schlechteste aller denkbaren Lösungen, meint unsere Autorin.

Die Ausgangsposition ist denkbar schlecht: Angesichts der Klagen gegen die Versteigerung der Frequenzen für die nächste Mobilfunkgeneration 5G weiß derzeit niemand, ob die Auktion überhaupt in naher Zukunft stattfindet. Das müssen die Kölner Richter schnell entscheiden, denn der Versteigerungstermin ist ja schon für Ende März geplant. Gleichzeitig müssen die Unternehmen und die Bundesnetzagentur ihre Vorbereitungen vorantreiben, als ob nichts wäre.

Auch wenn alle Beteiligten mit den Regeln nicht glücklich sind: Eine gerichtlich angeordnete Verschiebung der Auktion wäre für den Wirtschaftsstandort Deutschland die schlechteste aller denkbaren Lösungen. Denn bei Dienstleistungen rund um autonomes Fahren und die Steuerung von Gegenständen über das Internet hat Deutschland eine gute Chance, die Entwicklung führend mit voranzutreiben.

Gut ausgebildete Ingenieure können viele Produkte entwickeln, damit die Vision von Deutschland als Leitmarkt der 5G-Technologie Wirklichkeit wird. Das wird aber nicht funktionieren, wenn alle Unternehmen in Deutschland 5G nur in Testfeldern üben dürfen und der reale Ausbau stockt, weil die Frequenzen noch nicht vergeben sind. In diesem Fall droht statt dem Leitmarkt eine Lachnummer.

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