Kommentar zu den Banken: Bewusstsein schärfen

Kommentar zu den Banken : Bewusstsein schärfen

Ist mein Geld sicher, wenn die Bank pleite macht? Für viele Kunden ist das eine existenzielle Frage. Deutschlands Privatbanken ändern nun ihre Bedingungen für Notfälle. Schuld daran sind auch gierige Großanleger.

Gut, dass private Kunden nicht betroffen sind. Das Sparbuch und auch der Sparplan, ja selbst der geparkte Erlös eines Immobilienverkaufs oder eine ausgezahlte Lebensversicherung bleiben damit geschützt, wenn das Geldinstitut pleite geht, dem man sein Geld anvertraut hat, und zwar über das gesetzliche Maß von 100 000 Euro hinaus. Es gibt also folglich keinen Anlass, hektisch die Gelder umzuschichten, zumal (bislang) nur die privaten Banken ihren Einlagenschutz herunterschrauben, Sparkassen und Genossenschaftsbanken machen das nicht.

Dennoch kann sich im Einzelfall schnell die Lage ändern: Wer sein Schuhgeschäft als Einzelkaufmann führt, bleibt geschützt vor einer Bankpleite. Wer es als OHG, das heißt als Offene Handelsgesellschaft, betreibt, nicht. Zu verdanken hat die Kundschaft das nicht nur der umfangreichen und natürlich teuren gesetzlichen Bankenregulierung nach der Finanzkrise. Zu verdanken hat sie das auch gierigen Großanlegern, die Banken mit relativ schlechter Bonität vollgeblasen haben mit Geldern, nur um wegen des schlechteren Ratings mehr Rendite zu erzielen. Dabei war das erhöhte Risiko letztlich keines: Die Einlagensicherung fing es ab.

Verständlich, dass die Banken das nicht weiter mit ansehen wollten. Schadenfreude, sie seien womöglich von ihresgleichen ausgesaugt worden, hat einen wahren Kern, ist gleichwohl nicht angebracht.

Die Nachricht über die neuen Regeln schärft noch einmal das Bewusstsein dafür, dass der Sparer mit jedem Euro, den er auf ein Sparbuch einzahlt, er einen Euro Kredit gibt. Das sollte genauso schützen wie die Einlagensicherung.

Mehr von GA BONN