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Kommentar zu Flugtaxis: Begrenzte Bedeutung

Kommentar zu Flugtaxis : Begrenzte Bedeutung

Die Idee klingt verlockend: In einem Flugtaxi gelangt man schnell von A nach B, ganz ohne Stau. Doch die Technik wird schnell an ihre Grenzen stoßen. Ein Kommentar.

. Flugtaxis sind eine Neuauflage des Traums vom Fliegen und damit ein hochemotionales Thema. In welchem Ausmaß sie Verkehrsprobleme lösen, steht auf einem ganz anderen Blatt. In einem Bus auf der Straße finden Dutzende Pendler Platz, in einer U-Bahn Hunderte. Mehr als maximal fünf Sitzplätze bietet derzeit keines der weltweit rund 50 Lufttaxi-Projekte.

Im Luftraum über Metropolen werden sie zudem künftig mit drohnengestützten Kurierdiensten von Post, Amazon & Co konkurrieren. Auch das setzt der Verbreitung künftiger Lufttaxis natürliche Grenzen, wenn man nicht Zusammenstöße in der Luft provozieren will. Europäische Luftfahrtbehörden gelten hier als streng und das zurecht. Fliegen werden Lufttaxis deshalb wohl erst einmal in asiatischen Metropolen, vor allem wenn politisch gelenkte Behörden das Sagen haben. Wie beim Hollywood-Klassiker „Blade Runner“ aus den 80er Jahren dürfte die Zukunft der Mobilität aber auch dort kaum aussehen.

Was ökonomische Effekte angeht, ernüchtert eine Studie. Demnach macht die Produktion nur fünf Prozent der Wertschöpfung von Flugtaxen aus, eine weiteres Drittel ihr Betrieb. Der Großteil soll auf Flugvermittler und begleitende Dienste entfallen. Das könnte Uber sein, Sixt oder die Mobilitätsallianz von BMW und Daimler. Das Rennen ist also bei realistisch gesehen begrenzten Auswirkungen auf unser aller Mobilität völlig offen und nicht vorherbestimmt durch die Fähigkeit zum Bau von Flugtaxen.