Kommentar zu Bahnhöfen: Baustelle Infrastruktur

Kommentar zu Bahnhöfen : Baustelle Infrastruktur

Wer an Umsteigebahnhöfen den Anschlusszug erreichen will, muss nicht selten Slalom laufen. Um- und Ausbauten sind dringend notwendig und müssen frühzeitig geplant werden. Ein Kommentar.

Die Forderung der Verkehrsverbünde nach mehr Platz für Reisende an großen Umsteigebahnhöfen ist nachvollziehbar. Ob sie auch erhört wird? Die Bahn hat momentan so viele Baustellen – die Bahnhöfe sind nur eine davon.

Gleichwohl sollte das Thema zeitig angepackt werden. Erstens, weil das Fahrgastaufkommen steigt. Heute schon muss man an einigen Bahnhöfen im halsbrecherischen Slalom die Bahnsteige herauf- und herunterspurten, um den Anschluss zu erreichen (der einem dann doch vor der Nase wegfährt – natürlich sind es immer die Anschlusszüge, die auf die Minute pünktlich fahren). Zweitens: Planung und Umsetzung von Um- und Ausbauten nehmen Jahre in Anspruch. Da sollten die Weichen bald gestellt sein. Kosten und Aufwand sind hoch, schließlich wird in eine historisch gewachsene Struktur eingegriffen: Viele Bahnhöfe gehen auf das 19. Jahrhundert zurück. Im Dampflokzeitalter hatten Vertaktung, Barrierefreiheit und Service freilich nicht den heutigen Stellenwert, vom Verkehrsaufkommen ganz zu schweigen.

Ob Bahnhöfe oder Streckennetz: Die Infrastruktur ist ein Schwachpunkt der Bahn. Sie wird der wachsenden Mobilität der Gesellschaft kaum gerecht, der Investitionsstau ist enorm. Viele Stationen sind schäbig, teils schwer zugänglich. Auch in der Region findet man erschreckende Beispiele, besonders an der rechtsrheinischen Strecke – in Bad Honnef etwa. Werbung für die Bahn sieht anders aus.

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