Kommentar zu Ceconomy: Aus der Zeit gefallen

Kommentar zu Ceconomy : Aus der Zeit gefallen

Das Sparprogramm, das Ceconomy den Elektronikmarktketten Mediamarkt und Saturn verordnet hat, wirft kein gutes Licht auf den Kurs der vergangenen Jahre. Ein Kommentar.

Der neue Chef von Ceconomy, Jörn Werner, hat es auf den Punkt gebracht: Er meinte, dass grundsätzlich Potenzial in dem Unternehmen liege. Denn wenn er seine beiden Kinder betrachte, entstehe bei denen ein erhöhtes Maß an Nervosität, wenn das Smartphone nicht zur Hand ist oder nicht funktioniert. Soll heißen: Die Nachfrage nach elektronischen Handlangern ist hoch und wird hoch bleiben – auch wenn die Geräte selbst immer neue Formen und Spielarten annehmen.

Allerdings werden auch Werners Kinder vermutlich die eine oder andere Bestellung im Internet tätigen. Die Konkurrenz durch Amazon, Ebay und andere Online-Shops ist hart. Helfen soll nun ein ebenso hartes Sparprogramm, das vor allem viele Mitarbeiter betreffen wird. Sie müssen nun um ihre Jobs fürchten, weil frühere Konzernführungen den Sprung in die Moderne verpasst haben. Vermutlich ist dieser harte Schritt mittlerweile notwendig.

Er wirft aber kein gutes Licht auf die vergangenen Jahre: Fehlentscheidungen des Managements und ein Richtungsstreit der Eigentümer hinter den Kulissen haben die größte Elektronikmarktkette Europas gelähmt und ins Hintertreffen geraten lassen. Nun sollen es Einsparungen richten. Die mögen richtig sein dort, wo Doppelstrukturen existieren, die man schon seit Langem hätte angehen sollen. Allerdings ist ein Spar- und Effizienzprogramm kein Ersatz für ein zukunftsfähiges und tragfähiges Konzept für die Märkte. Die wirken aus der Zeit gefallen: Eine unentschiedene Mischung aus Warenlager und Wühltischen. Moderne Konzepte sind gefragt, die die Stärke der Märkte mit pfiffigen Service-Lösungen per Smartphone und Internet zusammenbringt.

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