Post-Chef Frank Appel

"Steigendes Porto ist eine logische Konsequenz"

Eine teure Frühverrentung hat die Gewinne im Brief- und Paketgeschäft gedrückt.

Die Deutsche Post will das Porto erhöhen.

09.12.2018 Bonn. Bereits im Oktober wollte die Deutsche Post das Porto für einen Standardbrief von 70 auf 80 Cent erhöhen. Doch daraus wurde nichts. Der Konzernchef hält eine Erhöhung jedoch für unverzichtbar.

Der Chef der Deutschen Post, Frank Appel, hält steigende Portokosten für Briefe und Pakete für unverzichtbar. „Wir brauchen ein höheres Porto, weil unsere Personalkosten jedes Jahr um etwa drei Prozent steigen und gleichzeitig die Briefmengen um einen ähnlichen Wert sinken“, sagte der Manager der „Welt am Sonntag“. Ein zunehmendes Porto sei also „eine logische Konsequenz“. Für die Weihnachtspost sind aber noch keine Erhöhungen zu erwarten.

Auch im Paketversand versuche die Post-Tochter DHL, deutliche Preissteigerungen durchzusetzen, erklärte Appel. „Unsere Branche hat ein grundsätzliches Problem, weil die Zustellung zu gering bezahlt wird. Faktisch sind die letzten 50 Meter bis zur Haustür der teuerste Teil unserer Dienstleistung. Genau dort lässt sich aber die Effizienz kaum mehr steigern.“ Über einen Portoaufschlag speziell für die Haustür-Zustellung denke die Post im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern aber nicht nach.

Appel rechnet weiterhin damit, dass die Post bald mehr als 70 Cent für einen Standardbrief nehmen darf. Eigentlich wollte sie das Porto schon zum Jahreswechsel auf 80 Cent anheben. Weil sie nicht alle notwendigen Daten eingereicht hatte, hatte die zuständige Bundesnetzagentur das Genehmigungsverfahren aber Ende Oktober auf Eis gelegt. „Wir erwarten die Entscheidung im ersten Quartal 2019 und werden diese dann möglichst zeitnah umsetzen“, bekräftigte Appel. (dpa)