Cyber Monday und Black Friday 2018

Rabattwoche lockt Schnäppchenjäger

Bonn. Durch Rabattaktionen rund um das Wochenende erwartet der deutsche Einzelhandel zusätzliche Umsätze in Milliardenhöhe. Das sollte man als Kunde zu "Black Friday" und "Cyber Monday" wissen.

Black Friday und Cyber Monday - die Rabbattage aus den USA haben im deutschen Online-Handel Einzug gehalten. Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet nach einer Verbraucherbefragung an diesen Tagen zusätzliche Umsätze von rund 2,4 Milliarden Euro.

Schnäppchenfüchse notieren sich den Tag offenbar immer öfter im Kalender. 2017 griffen 24 Prozent der deutschen Online-Shopper am Black Friday zu einem Schnäppchen. Am Cyber Monday waren es 18 Prozent. Wie sehr der Kunde allerdings wirklich von den Aktionstagen profitiert, ist umstritten. Das Vergleichsportal Idealo.de kam bei Stichproben zu dem Ergebnis, dass von 500 untersuchten Produkten am Black Friday 2017 tatsächlich immerhin 381 etwas weniger kosteten als noch im Vormonat.

Wo gibt es am Black Friday Rabatte?

Amazon: Unter dem Motto: "Jetzt schon günstig Weihnachtsgeschenke shoppen" plant der Konzern ab dem 19. November in Deutschland eine ganze Cyber-Monday-Woche mit Zehntausenden Angeboten.

Mediamarkt: Am "Red Friday" - angepasst an die Firmenfarbe - dürfen sich Verbraucher bei Mediamarkt auf Angebote freuen. Besonders der Blick in den Online Shop soll sich lohnen. Die ersten Angebote werden schon für Donnerstag, den 22. November ab 20 Uhr angekündigt.

Douglas: Als "Beauty Friday" bezeichnet die Parfümerie Douglas ihren "Black Friday". Liebhaber von Düften und Kosmetikprodukten werden mit Preisnachlässen in den Online-Shop gelockt. Bis dahin erhalten Stammkunden mit der Douglas Kundenkarte schon 20 Prozent Rabatt mit einem Gutscheincode.

Aldi und Lidl: Selbst die Discounter machen mit bei der Rabattschlacht. Aldi bietet im Online-Shop unter dem Titel "Black Week" Elektronikartikel an. Lidl setzt neben dem Online-Handel auch auf das Filialgeschäft. Dort werden am Freitag Elektrogeräte von der Kaffeemaschine bis zum Barthaarschneider angeboten.

Shopping in der Bonner City

Karstadt und Co.: Auch in vielen Bonner Filialen der großen Ketten kann man in dieser Woche gute Angebote finden. Zum Beispiel beteiligen sich Sinn (ehemals SinnLeffers), Kaufhof und Karstadt am Aktionstag.  Infografik: Black Friday lohnt sich | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Thalia: Online und flächendeckend in allen Buchhandlungen findet die Black Week statt. Auch die Filiale in Bonn beteiligt sich an der Aktion. 

Verbraucherschützer warnen

Die Verbraucherzentrale rät, bei der Schnäppchenjagd auf jeden Fall einen kühlen Kopf zu bewahren. Preisvergleiche in Suchmaschinen könnten sich mehr lohnen als die Sonderangebote am Aktionstag. Die Verbraucherzentralen warnen ebenfalls vor zu großer Euphorie. Denn die Schnäppchenjagd könne auch von Betrügern ausgenutzt werden, die mit vorgetäuschten, sogenannten Fake-Shops Geld kassieren, ohne die Absicht zu haben, Ware dafür herauszugeben. Daher raten die Verbraucherschützer in einer Pressemitteilung: "Wird die Echtheit eines Shop-Angebots nur vorgegaukelt, um zu kassieren, handelt es sich um Betrug. Eine solche Täuschung sollte bei der Polizei angezeigt werden." Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt unter anderem bei der Anmeldung in Online-Shops, auf eine Zwei-Faktor-Authentisierung zu setzen.

30 Prozent der Verbraucher haben schlechte Erfahrungen gemacht

Eine Umfrage des Verbraucherforums mydealz unter 5.000 Verbrauchern zeigt, dass 30 Prozent der Befragten in den Vorjahren am Black Friday und Cyber Weekend schlechte Erfahrungen gemacht haben. Sie hätten keine passenden Angebote gefunden, seien über falsche Rabattangaben gestolpert. Zudem beklagten sie lange Lieferzeiten und Bestellungen, die der Händler im Nachhinein wieder storniert.

Jeder Fünfte (19,5 Prozent) bezeichnete seine Erfahrungen als "neutral", jeder Zwölfte (8,4 Prozent) war "eher unzufrieden", 1,3 Prozent waren "unzufrieden" und 0,8 Prozent sogar "sehr unzufrieden." Besonders negativ fiel das Votum bei den Männern aus. 32,1 Prozent der Männer haben in den Vorjahren bestenfalls "neutrale" Erfahrungen gesammelt. Bei den Frauen waren es "nur" 27,9 Prozent. Kunden erinnerten sich auch daran, dass das Produkt, das sie kaufen wollten, bereits vergriffen war, oder der vom Händler angegebene Rabatt tatsächlich niedriger ausfiel.

Die Umfrage ergab aber auch, dass viele Verbraucher am Schnäppchentag in die Tasche greifen wollen: Sechs von zehn Verbrauchern geben am kommenden Wochenende mehr als 100 Euro aus, 27,3 Prozent mehr als 250 Euro und jeder Sechste (17,5 Prozent) plant, für über 500 Euro einzukaufen.