Kommentar zur Konjunktur

Engpass beseitigen

Die Konjunktur brummt vor allem wegen der Exporte.

Die Konjunktur brummt vor allem wegen der Exporte.

Bonn/Frankfurt. Die boomende Konjunktur in Deutschland könnte sich durch den Fachkräftemangel und den Handelsstreit mit den USA in den kommenden Monaten abschwächen. Claudia Mahnke kommentiert, worauf es in Zukunft ankommt.

Deutschland ist in einer konjunkturellen Situation, um die uns viele andere Länder beneiden. Die Wirtschaftsleistung und der Konsum steigen, während die Arbeitslosigkeit sinkt. Da diese Situation seit geraumer Zeit anhält, liegt es auf der Hand, dass die Risiken für einen Einbruch der Konjunktur steigen.

Viele Branchen arbeiten bereits am Rande der Kapazitätsauslastung, deshalb wird der Fachkräftemangel ein immer größeres Problem. Wer in der jüngeren Vergangenheit einen Handwerker gebraucht hat, hat die Situation hautnah mitbekommen. Auch in der Region Bonn/Rhein-Sieg melden sich Betriebe auf Anfragen nicht zurück, weil sie nicht mehr Aufträge annehmen können.

Deshalb gehört es zu den vordringlichen Aufgaben der neuen Bundesregierung, mehr Menschen in die Lage zu versetzen, am Erwerbsleben teilzunehmen: Es geht um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Integration Langzeitarbeitsloser und Unterbeschäftigter sowie eine stärkere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen.

Als Damoklesschwert liegt der Handelskonflikt mit den USA über der Konjunktur. Wirtschaftsstudenten lernen bereits in ihren ersten Monaten, dass internationaler Güteraustausch umso stärker zu Wohlfahrtsgewinnen führt, je weniger er durch Handelshemmnisse eingeschränkt wird. Es ist zu befürchten, dass diese Erkenntnis unter den Beratern von US-Präsident Donald Trump nicht verbreitet ist. Deshalb bedarf es an dieser Stelle einer klugen Politik der EU, um zu vermeiden, dass der gegenwärtige Handelsstreit das Wachstum früher als nötig abwürgt.