Bilanz vorgelegt

Auch Telekom stellt Eilantrag gegen 5G-Auktion

Äußerst zufrieden mit den Geschäftszahlen: Telekom-Chef Timotheus Höttges. FOTO: DPA

Äußerst zufrieden mit den Geschäftszahlen: Telekom-Chef Timotheus Höttges. FOTO: DPA

Bonn. Die Deutsche Telekom hat beim Verwaltungsgericht Köln einen Eilantrag gestellt, um die Bedingungen für die Versteigerung der Frequenzen für die 5G-Mobilfunkgeneration zu klären. Chef Höttges äußerte sich auch zur US-Fusion.

Die Genehmigung des Zusammenschlusses von Sprint und T-Mobile US kommt voran. „Wir sind zuversichtlich, die Genehmigungsverfahren insgesamt erfolgreich abschließen zu können“, sagte der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, am Donnerstag in Bonn. Er gehe davon aus, dass es im zweiten Quartal eine Richtungsentscheidung geben werde. Weitere US-Behörden hätten in den vergangenen Wochen ihre Zustimmung erteilt. Die Fusion der US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint ist in den USA politisch umstritten.

T-Mobile US war für die Deutsche Telekom auch 2018 eine sichere Ertragsquelle. Die US-Tochter hat alleine im vierten Quartal 2,4 Millionen neue Kunden dazu gewonnen, so dass sie jetzt 80 Millionen Kunden insgesamt hat. Im vergangenen Jahr erzielte die Telekom organisch ein Plus beim bereinigten Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 7,2 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Die Umsätze legten organisch, also bei konstanten Wechselkursen und ohne Berücksichtigung von Käufen und Verkäufen, um 3,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro zu.

Einen Rückgang beim bereinigten Konzernüberschuss um 24,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro erklärt das Bonner Unternehmen vor allem mit Effekten der US-Unternehmenssteuerreform im Vorjahr, denen in diesem Jahr keine vergleichbare Auswirkung gegenüber gestanden habe. Im vierten Quartal standen unter dem Strich wegen Abschreibungen in Polen und Rumänien rote Zahlen. Angesichts des Glasfaserausbaus und der geplanten Versteigerung von Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G will die Telekom mehr investieren. 2019 sollen es 12,7 Milliarden Euro werden. Im vergangenen Jahr waren es auf vergleichbarer Basis 12,5 Milliarden. Allerdings entfallen die Mehrinvestitionen vor allem auf die USA. Außerhalb des US-Geschäfts peilt der Konzern Investitionen von 7,9 Milliarden Euro an und damit etwas weniger als 2018.

Sorgenkind T-Systems

Der neue Finanzvorstand Christian Illek sieht Fortschritte bei der Umstrukturierung von T-Systems. Die Geschäftskundensäule der Telekom war in den vergangenen Jahren das Sorgenkind des Unternehmens. Der Umsatz blieb sei T-Systems mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro stabil. Der Auftragseingang, eine wichtige Kennzahl im Großkundengeschäft, stieg um 29,3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro.

In Deutschland hatte die Telekom Ende 2018 44,2 Millionen Mobilfunkkunden, 2,5 Prozent mehr als Ende 2017. Die Zahl der Vertragskunden, die meist mehr Umsatz bringen, ging allerdings um 1,7 Prozent auf 25,4 Millionen zurück. Rund 18,6 Millionen Festnetzanschlüsse betreibt die Telekom für ihre Kunden, das macht einen Schwund von 3,2 Prozent im Jahresvergleich. Das führte Illek unter anderem auf die Umstellung auf IP-basierte Netze und damit verbundene Vertragsänderungen zurück.

Die Entwicklung in diesem Jahr wird neben dem US-Deal durch die für Ende März geplante Versteigerung der Frequenzen für den 5G-Mobilfunk geprägt. Die Telekom geht wie andere Unternehmen gerichtlich gegen die von der Bundesnetzagentur gestalteten Versteigerungsregeln vor. Der Bund erwartet Einahmen von vier bis fünf Milliarden Euro durch die Versteigerung.

Widerstand von Bürgerinitiativen

Die Ausbauvorgaben sind nach Ansicht von Höttges teilweise nicht machbar. „Wir glauben nicht, „dass es uns gelingen wird, alle diese Antennenstandorte rechtzeitig aufzubauen, wie das momentan im Rahmen der Auflagen erforderlich ist“, sagte er. Lange Genehmigungsverfahren und der Widerstand von Bürgerinitiativen verzögerten schon heute den Ausbau des Mobilfunknetzes. Außerdem seien noch Bedingungen für die spätere Nutzung unklar, sagte der Manager. Wer einen Mobilfunkantennenstandort zuerst ausbaue, müsse die Antennen vielleicht für Wettbewerber öffnen. Hier werde nach dem Motto verfahren: „Wer zuerst zuckt, verliert.“ Die Telekom sei gerne bereit, Mobilfunkantennenstandorte gemeinsam mit Wettbewerbern ausbauen. Die Antennen selbst wolle man aber nicht teilen. Roaming, bei dem ein Unternehmen seine Konkurrenten an Stellen, wo die anderen noch nicht ausgebaut haben, ins eigene Netz lassen müsse, sei investitionsfeindlich.