Ausfälle am Dienstag

24 Flüge am Flughafen Köln/Bonn gestrichen

Vom Streik betroffene Passagiere warteten vergangene Woche am Flughafen Stuttgart.

Vom Streik betroffene Passagiere warteten vergangene Woche am Flughafen Stuttgart.

Frankfurt. An acht deutschen Flughäfen wird am Dienstag gestreikt. Köln und Düsseldorf werden diesmal nicht bestreikt. Dennoch müssen Flugreisende auch dort mit Verzögerungen und Ausfällen rechnen.

An den beiden größten deutschen Flughäfen, Frankfurt und München, so wie auch in Bremen, Dresden, Erfurt, Hamburg, Hannover und Leipzig/Halle wird am Dienstag das Sicherheitspersonal in den Ausstand treten. Dazu haben die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund (dbb) aufgerufen, sie wollen für die insgesamt 23.000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle einen einheitlichen Stundenlohn bundesweit erreichen.

Der Flughafen Köln/Bonn wird anders als in der vergangenen Woche nicht bestreikt. Dennoch machen sich die Arbeitsniederlegungen auch dort bemerkbar: „Nach aktuellem Stand sind insgesamt 24 Flüge vorsorglich gestrichen“, so der Airport am Montagnachmittag. Betroffen sind demnach Strecken zu den bestreikten Flughäfen in Hamburg mit 16 (acht Starts, acht Landungen), Leipzig mit zwei (ein Start, eine Landung) und Dresden mit sechs gestrichenen Flügen (drei Starts, drei Landungen). Ursprünglich standen 212 Flugbewegungen. Einschränkungen gibt es einer Flughafen-Sprecherin zufolge auch in Düsseldorf, was aber „kein Vergleich zur vergangenen Woche“ sei, als in der Landeshauptstadt jeder zweite Flug ausfiel.

Im Tarifstreit sind die Fronten verhärtet. Verdi fordert ohne Zuschläge 20 Euro brutto, der dbb 19,50 Euro brutto. Das wäre ein Plus zwischen 16 und 55 Prozent. Die Arbeitgeber, die im Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) zusammengeschlossen sind, bieten bisher eine Erhöhung zwischen zwei und 6,4 Prozent an. Zum ersten Mal werden die Tarifverhandlungen bundesweit geführt, bisher wurden diese regional ausgehandelt und sind entsprechend unterschiedlich zwischen 17,16 Euro für die meisten westdeutschen Bundesländer inklusive Berlin-Brandenburg und 14,60 Euro für die anderen ostdeutschen Bundesländer. Die sollen angeglichen werden, das möchten die Arbeitgeber aber über fünf Jahre strecken.

Die Streiks dauern unterschiedlich lange, außerdem ist in München nicht die Passagierkontrolle betroffen. Doch da die Luftsicherheitsassistenten, die dort sowohl das Personal, etwa die Crews, als auch Waren kontrollieren, ebenfalls in den Ausstand treten, dürften die Auswirkungen erheblich sein. Der Flughafenverband ADV rechnet damit, dass mindestens 220.000 Fluggäste unter den Folgen des Warnstreiks leiden werden. Etwa 500 Flüge streicht allein die Deutsche Lufthansa, darunter 28 Interkontinentalverbindungen. Das sind etwa zwei Fünftel aller für Dienstag geplanten Verbindungen der Kranichlinie. Am Frankfurter Flughafen wird von den eigentlich geplanten 1200 Flügen gut ein Drittel nicht abheben können.