Thomas Cook: Das sagen Reisebüros aus Bonn und der Region

Thomas-Cook-Pleite : So reagieren Reisebüros aus Bonn und der Region

In den Reisebüros herrscht großer Andrang. Auch in Bonn und der Region. Doch zu Tumulten kam es nicht. Reisebüros helfen dabei, Ansprüche beim Veranstalter geltend zu machen. Den Urlaub zu stornieren, wird nicht empfohlen.

Von verärgerten Kunden, die in die Reisebüros stürmen und ihrem Ärger Luft machen, weil sie ihren Urlaubsflug nicht antreten dürfen, davon können deren Mitarbeiter in Bonn und der Region nicht berichten - allerdings schon von großem Andrang. "Die meisten Kunden sind erstaunlich gefasst und wollen einfach nur Informationen", sagt Daniel Becker, Leiter des Reisebüros Thomas Cook im Vorteil-Center in Unkel. Ähnliches hat Manfred Radigewski, Leiter des Reisebüros Radigewski in Siegburg, beobachtet: "Die Kunden sind alle ganz ruhig", sagt er. Sie wollten zumeist einfach nur wissen, was sie nun machen können.

Einem Paar konnte Radigewski direkt mit einer anderen Urlaubsreise weiterhelfen. "Die beiden hatten bei Thomas Cook eine Reise nach Kreta gebucht, durften am Montag aber nicht fliegen, sind auf dem Rückweg hier vorbeigekommen, und wir haben ihnen eine Reise nach Rhodos vermittelt. Die Koffer waren schließlich gepackt. Start ist nun am Donnerstag."

"Das Geld ist sicher nicht verloren."

Diese Reise müsse extra bezahlt werden. So etwas sei bei weniger solventen Kunden nicht möglich, so Radigewski, aber die beiden hätten sich gesagt, nach dem Urlaub sei noch genug Zeit, sich darum zu kümmern, das Geld für die Kreta-Reise zurückzuholen. Radigewski ist da optimistisch. "Das Geld ist sicher nicht verloren."

Da die deutsche Tochter des britischen Unternehmens mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen noch nicht insolvent ist, müssen die Ansprüche direkt bei dem jeweiligen Veranstalter geltend gemacht werden.

Das ist in diesen Tagen vor allem der Job der Mitarbeiter in den Reisebüros, zum Beispiel von Martina Sobbe im Bonner Reisebüro Langer. "Wir sind für die Kunden da und wollen ihnen dort helfen, wo wir können", sagt Sobbe und fügt hinzu, "damit sie ihr Geld wiederbekommen oder damit sie ein anderes Reiseziel finden."

Empfehlung: Reise nicht stornieren

Ihre gebuchte Reise zu stornieren, das würde Sobbe ihren Kunden nicht empfehlen. Denn dann müssten Stornokosten gezahlt werden und die könnten bei Reisen kurz vor Reiseantritt schon bei 90 Prozent liegen. Ihr Tipp: Zunächst einmal abwarten und hören, was der Veranstalter sagt, ob eventuell schon bald wieder Reisen durchgeführt werden.

Erst wenn offiziell ein Insolvenzverfahren eröffnet ist, müssen alle Ansprüche an den Insolvenzverwalter gerichtet werden. Für Pauschalreisen greift dann die Insolvenzversicherung des Unternehmens. Wer das ist, steht auf dem Sicherungsschein, den Kunden nach Vertragsschluss bekommen.