Dentalmesse in Köln: Zahnbürste mit Bluetooth-Verbindung

Dentalmesse in Köln : Zahnbürste mit Bluetooth-Verbindung

Vor dem Besuch beim Zahnarzt haben viele Bundesbürger weiche Knie. Doch neue, schonendere Behandlungsmethoden und Fortschritt bei der Diagnostik sollen Zahnarztbesuche angenehmer machen, verspricht die Branche im Vorfeld der heute beginnenden Dentalmesse ids in Köln.

Minimal-invasive Verfahren, die möglichst viel von den natürlichen Zähnen erhalten, seien immer mehr angesagt. Ziel einer insgesamt verbesserten Vorbeugung und Mundgesundheit sei schließlich, die natürlichen Zähne bis ins hohe Alter zu erhalten.

Dabei helfen soll eine interaktive Zahnbürste mit Bluetooth-Verbindung. So lässt sich über eine App das Putzverhalten aufzeichnen. Der Zahnarzt kann dann individuelle Pflegeanleitungen liefern, und die Zahnbürste kann entsprechend programmiert werden. Zahnzwischenräume lassen sich einfacher als mit Zahnseide mit einer Munddusche reinigen, verspricht ein Hersteller. Ein neuer Düsenkopf und ein Dreifach-Sprühstoß entferne Plaque.

Riesenschritte vorwärts macht die Diagnostik. Statt Auge, Mundspiegel und Sonde des Zahnarztes spürt ein Kamerasystem Karies auf. Sie ist auch in der Lage, mit Infrarotlicht Erkrankungen im Anfangsstadium selbst in Zahnzwischenräumen zu entdecken. Röntgen sei nicht mehr nötig. Das System sei so auch bei Kindern und Schwangeren anwendbar, sagt der Hersteller.

Generell steht die "Digital Dentistry", neue Möglichkeiten der Digitaltechnik, auf der ids im Fokus. Feilen zur Wurzelbehandlung lassen sich etwa über ein iPad gesteuert in Rotation versetzen, ein 3D-Drucker fertigt Schnarcher- oder Aufbissschienen schnell und in hoher Genauigkeit. Und ein Laser entfernt Zahnstein gewebeschonend.

Immer präziser arbeiten Scanner, die das Gebiss der Patienten digital abformen. Die müssen dann nicht mehr minutenlang mit einem Abdrucklöffel voller wenig angenehm schmeckender Paste im Mund still halten. Zahnersatz, der passt, lasse sich so in nur einer Zahnarztsitzung herstellen. Selbst Totalprothesen können so statt in fünf in zwei Zahnarztsitzungen hergestellt werden, verspricht ein Hersteller.

Diese Scanner liefern zunehmend die Daten an Fräsmaschinen, die gleich in der Zahnarztpraxis stehen. Inlays, Kronen und auch bis zu dreigliedrige Brücken lassen sich mit den neuen Maschinen herstellen.