Kommentar zur Paketzustellung: Wildwuchs bekämpfen

Kommentar zur Paketzustellung : Wildwuchs bekämpfen

Die Paketdienstleister setzen viele Subunternehmer ein. Deren Personal arbeitet teilweise unter sehr schlechten Bedingungen. Gesetzliche Bestimmungen werden nicht eingehalten.

Es gibt wohl kaum jemanden, der beim Einkauf von Weihnachtsgeschenken ganz ohne Bestellung über das Internet auskommt. Deshalb werden die Paketzusteller in den nächsten Wochen regelmäßig an den Türen klingeln. Sie kommen häufig im Auftrag großer seriöser Firmen. Aber offenbar gibt es bei den Subunternehmern, denen die Paketdienste ihre Zustellaufträge anvertrauen, viel Wildwuchs. Es wird auch für die Subunternehmer immer schwieriger, Fahrer zu finden. Um bei den Preisen konkurrenzfähig zu sein, bemühen sich die Firmen um möglichst billige Arbeitskräfte. Paketfahrer werden im Ausland angeworben, müssen unter schwierigen Bedingungen hier leben und wissen nicht um ihre Rechte. Manche bekommen gar keinen Arbeitsvertrag ausgehändigt, sie haben keine Krankenversicherung. Die Subunternehmer versuchen, den Mindestlohn zu umgehen.

In der ganzen Paketbranche gibt es einen harten Wettbewerb. Wie sich von den Firmen angestrebte Preiserhöhungen auf die Marktanteile auswirken, muss sich noch zeigen. Es kann auf jeden Fall nicht die Lösung sein, dass die Missstände unter dem Radar der Kontrollen bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass Behörden wie der Zoll, der die Einhaltung der Mindestlohngesetze kontrolliert, das längst zugesagte zusätzliche Personal auch zügig schulen, damit Kontrollen verstärkt werden können. Auch schärfere gesetzliche Auflagen sind notwendig, wenn Subunternehmer keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen.