Deutsche Post DHL: Wenn der Roboter die Pakete bringt

Deutsche Post DHL : Wenn der Roboter die Pakete bringt

Die Deutsche Post DHL Group testet Einsatzmöglichkeiten in Logistik und Zustellung. Selbstfahrende, schubkarrengroße Roboter sollen bis zu 100 Kilogramm Lasten transportieren können.

Effibot reagiert auf Knopfdruck. Er erkennt seinen Bediener, folgt ihm auf Schritt und Tritt, stoppt und weicht falls nötig Hindernissen aus. Selbstfahrende, schubkarrengroße Roboter wie er, die bis zu 100 Kilogramm schwere Lasten transportieren können, könnten in nicht allzu ferner Zukunft den Alltag der Paketzusteller des Bonner Konzerns erleichtern. Schwer beladen bringen sie die Pakete ins Haus, die ansonsten ihre menschlichen Kollegen schleppen müssten.

Effibot ist ein Beispiel von einem halben Dutzend, die die Post DHL zurzeit auf ihre Praxisreife testet. Schon in drei bis sieben Jahren könnten die flinken Lastenträger tatsächlich zum Einsatz kommen, glaubt Clemens Beckmann, Executive Vice President Innovation, Post – e-Commerce – Parcel Deutsche Post DHL Group.

Beckmann und gut 50 Kollegen erforschen, in welchen Arbeitsumfeldern Roboter eingesetzt werden können. „Unsere Kinder können sich keine Welt ohne Computer mehr vorstellen.

Ihren Kindern wird es mit Blick auf Roboter vermutlich genauso gehen. Wir sind überzeugt, dass Lieferketten, in denen Menschen und Roboter zusammenarbeiten, schon bald Normalität sein werden und eine noch schnellere und wirtschaftlichere Warenabwicklung ermöglichen werden“, sagte Beckmann gestern.

Das könnte auch nötig sein. Seiner Einschätzung nach werde sich – die jetzigen Wachstumsraten der Branche zugrunde gelegt – das Paketaufkommen in den nächsten zehn Jahren nahezu verdoppeln. Einen kleinen Einblick, was zwar noch nicht serienreif, aber technisch schon heute möglich ist, zeigten die Bonner am Donnerstag rund 150 Geschäftspartnern im DHL Innovation Center in Troisdorf.

So auch lernende Roboter, die das Lagermanagement erleichtern. Die Maschinen können Pakete unterschiedlicher Größe greifen, sortieren, transportieren. Präziser und schneller als ihre menschlichen Kollegen. Pausenlos und wenn nötig rund um die Uhr.

Die Robotertechnik gilt als Wachstumsmarkt. Die USA, China, Russland, Japan und Europa befinden sich im Wettstreit. 700 Millionen Euro will die Europäische Kommission in den kommenden Jahren in die Roboterforschung investieren.

Ein Konsortium von 180 europäischen Unternehmen hat weitere 2,1 Milliarden Euro an Forschungsgeldern bis 2020 zugesagt. Die Post DHL investiert auch. Wie viel wollte Beckmann nicht verraten.

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