Insolventes Familienunternehmen: Weiter Investor für Automobilgruppe Dirkes gesucht

Insolventes Familienunternehmen : Weiter Investor für Automobilgruppe Dirkes gesucht

Das Kölner Amtsgericht hat jetzt das Insolvenzverfahren für die Dirkes-Gruppe eröffnet. Der Betrieb läuft weiter. Ärgerlich für Kunden: In einigen Fällen gehen ihnen Anzahlungen für Fahrzeuge verloren.

Köln. Für die insolvente Automobilgruppe Dirkes ist noch keine Rettung in Sicht. Das Amtsgericht Köln hat jetzt das Insolvenzverfahren eröffnet. Die zuvor gestellten Anträge auf Eigenverwaltung seien zurückgenommen worden, teilte der Insolvenzverwalter mit, Rechtsanwalt Jens Schmidt von der Kanzlei Runkel Schneider Weber. Er hatte bislang die Funktion des vorläufigen Sachwalters.

„Durch die Verfahrensänderung soll die Sanierung der Autohausgruppe bis zum Einstieg eines neuen Investors effizienter überbrückt und abgesichert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei. Schmidt ist zuversichtlich, dass ein Investor gefunden und damit ein Neuanfang gestartet wird. Das Familienunternehmen Dirkes, das fast 100 Jahre besteht, betreibt sechs Standorte in Köln, Frechen, Bonn, Troisdorf und Sankt Augustin.

Dazu gehören neben Autohäusern auch Werkstätten und ein Logistikzentrum. Zu den Marken von Dirkes gehören Fiat, Jeep, Nissan, Citroën, Suzuki und Mitsubishi. Die Unternehmensgruppe beschäftigt 220 Mitarbeiter. „Abgesehen von einem kleineren Standort in Köln-Weidenpesch, der im Zuge des Sanierungs- und Investorenprozesses geschlossen wurde, läuft der Geschäftsbetrieb weiter“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Aber: Wer vor dem Insolvenzantrag ein Neufahrzeug gekauft und schon eine Anzahlung geleistet hat, muss Einbußen hinnehmen. Die Anzahlung sei dabei „in großen Teilen verloren“, so der Verwalter: Aus insolvenzrechtlicher Sicht handele es sich um eine Gläubigerforderung, die das Autohaus wegen der Gläubigergleichbehandlung nicht mehr zurückzahlen dürfe. „Das ist für Kunden, die ihre Anzahlung verloren haben, außerordentlich bitter und tut der Geschäftsleitung und mir ausgesprochen leid“, sagt Schmidt. So werde es nicht nur im Falle von Dirkes, sondern bei allen insolventen Autohäusern gehandhabt. Nun könnten Neufahrzeuge aber ohne Risiko uneingeschränkt bestellt werden, erklärte der Verwalter weiter. Anzahlungen oder Kaufpreiszahlungen seien durch den Insolvenzverwalter treuhänderisch abgesichert.