Netzwerkerin aus Leidenschaft: Wechsel an der Spitze der Arbeitsagentur

Netzwerkerin aus Leidenschaft : Wechsel an der Spitze der Arbeitsagentur

Die Leiterin der Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg, Marita Schmickler-Herriger, geht in den Ruhestand. Ihr Schwerpunkt war die Berufsberatung.

Mehr als 17 Jahre war sie Leiterin der Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg. In dieser Woche hat die Frau mit dem markanten Pagenkopf ihren letzten Arbeitstag. Zum Jahresende geht sie in den Ruhestand. Marita Schmickler-Herriger stand insgesamt 40 Jahre in den Diensten der Bundesagentur, die früher Bundesanstalt für Arbeit hieß.

Ein besonderes Anliegen war Schmickler-Herriger die Pflege von Netzwerken. Ob mit den Hochschulen, der Handwerkskammer oder den Industrie- und Handelskammern: Viele Projekte trieb sie im Verbund mit anderen Einrichtungen voran. Bei der Bundesagentur habe es in den vergangenen 15 Jahren eine Vielzahl von Veränderungen gegeben, erinnert sich die 65-Jährige: „Manche haben uns weitergebracht, andere auch nicht – und wir haben sie wieder über Bord geworfen.“ Der interne Kommunikationsprozess sei wohl die größte Herausforderung gewesen, um den Veränderungsprozess gut gelingen zu lassen.

Die Arbeitsagenturen befragen regelmäßig ihre Mitarbeiter. Dabei gibt es auch Fragen zu den Führungskräften. Leistungsorientiert und auch fordernd waren Eigenschaften, die Schmickler-Herriger dabei zugesprochen bekam. Aber sie galt auch als eine Chefin, die sich für gute Arbeitsbedingungen einsetzt, Leistung honoriert, gut ansprechbar und zu begeistern ist.

Schmickler-Herriger ist in Bad Neuenahr-Ahrweiler aufgewachsen. Sie hat in Köln und Bonn Pädagogik studiert. Zwischen Abitur und Studium hat Schmickler-Herriger als „Fräulein vom Amt“ bei der Störungsstelle im Fernmeldeamt gearbeitet.

Schon damals habe sie gelernt, dass gewisse „Basisqualifikationen“ überall gebraucht werden und der Schlüssel für erfolgreiches Arbeiten seien, berichtete sie einmal: Höflichkeit, wertschätzender Umgang, Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen und die Fähigkeit, Probleme konstruktiv anzugehen.

Schwerpunkt ihrer Arbeit bei der Bundesanstalt war die Berufsberatung. Bei den Arbeitsämtern Koblenz und Neuwied war sie, später Referentin im Düsseldorfer Landesarbeitsamt. Von 1997 an wirkte sie als Abteilungsleiterin und Vizechefin in Wuppertal.

Strategisch vorbereitet

Wie es sich für eine Arbeitsmarktexpertin gehört, hat sich Schmickler-Herriger strategisch auf den Ruhestand vorbereitet: Die ehrenamtliche Betätigung ist ausgewählt – und die Golfplatzreife erlangt. Und Fußballbundesligist Borussia Dortmund, dessen bekennender Fan sie schon seit Langem ist, hat öfter einen aufmerksamen Zuschauer mehr.

Nachfolger von Schmickler-Herriger wird zum 1. Februar Stefan Krause. Er ist derzeit Leiter der Arbeitsagentur in Bergisch Gladbach und hat bereits früher in der Bonner Arbeitsagentur gearbeitet.

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