Beim Spritkauf zählt Bares: Was tun, wenn beim Tanken das Geld fehlt?

Beim Spritkauf zählt Bares : Was tun, wenn beim Tanken das Geld fehlt?

Schreck beim Einkaufen an der Kasse: Das Portemonnaie steckt noch im Mantel zu Hause. So etwas ist jedem schon einmal passiert. Doch während man im Supermarkt die Waren einfach später abholt, geht das beim Tanken nicht so einfach. Was passiert eigentlich, wenn man getankt hat und nicht bezahlen kann? GA-Leser Ulrich Möllinghoff aus Alfter fragt das.

Bei den deutschen Tankstellenketten heißt es dazu unisono: Es kommt darauf an. Wer erst an der Kasse feststellt, dass er sein Portemonnaie vergessen hat, sich aber ausweisen kann, könne der Tankstelle eine Einzugsermächtigung per Lastschrift über den Tankbetrag unter Angabe seiner Kontonummer und Bankleitzahl erteilen. Der Betrag werde dann entsprechend abgebucht, erläutert ein Aral-Sprecher in Bochum. So zu verfahren, sei allerdings nur eine Empfehlung an die Pächter. Was sie im Einzelfall tun, sei ihnen freigestellt.

Ähnlich äußert sich eine Sprecherin von Shell in Hamburg: "Unsere Empfehlung lautet, die Personalien aufzunehmen und dann eine Rechnung zu schicken." Jet empfiehlt seinen Tankstellenunternehmern ebenfalls, die Situation kundenfreundlich zu lösen: "Falls ein Kunde seine Geldbörse vergessen hat, sollten die Personalien im Rahmen einer Schuldanerkenntnis festgehalten werden. In der Regel wird dann der Betrag kurzfristig beglichen", so ein Sprecher.

Solange der vergessliche Kunde Personalausweis, Führerschein oder Ähnliches vorweisen kann, helfen Rechnung oder Einzugsermächtigung auch, wenn zum Beispiel die EC- oder Kreditkarte streikt oder man seine PIN-Nummer vergessen hat.

Oft stecken im Portemonnaie aber auch Ausweis und Führerschein. Wer sich gar nicht ausweisen kann und auch keine Mitfahrer hat, die etwas dazu vorlegen können, hat ein Problem. Manche Tankstellenpächter lassen sich darauf ein, zum Beispiel das Handy oder eine Uhr als Pfand zu akzeptieren, müssen das aber nicht tun.

Wer bereits weiß, dass er nicht mehr genug Sprit und auch kein Geld fürs Tanken dabei hat, sollte auf jeden Fall vor dem Betanken mit dem Tankstellenpersonal sprechen, und nicht erst, wenn der Tank schon gefüllt ist. Dann sei es einfacher, eine kundenfreundliche Lösung zu finden, heißt es bei Tankstellen in der Region.

Lässt sich die Situation nicht auflösen, muss der Kunde entweder sein Auto stehen lassen oder jemanden herbeiholen, der bezahlt. Das Recht ist auf Seiten des Tankstellenbetreibers: Wer wegfährt, ohne zu bezahlen, begeht Tankbetrug.

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