"Was nix kostet, ist auch nix"

"Was nix kostet, ist auch nix"

Fachausschuss Alfter spricht sich für eine Managerin des Unternehmertags aus

Alfter. Klotzen statt kleckern: Statt als Kommune im Haushaltssicherungskonzept zu verharren, setzen die Alfterer mit dem 19. August 2007 lieber auf einen publikumswirksamen Unternehmertag rund um das Oedekovener Rathaus, der das Image der "Schlafgemeinde" korrigieren soll.

Angeschrieben sind bisher rund 250 Gewerbetreibende aus der Gemeinde, die mitmachen könnten. Die Mundartband Orjelspiefe sowie die Cheerleader des 1.FC Köln und der Telekom Baskets sind angefragt, und eine Zirkusschule samt Hüpfburg schon fest gebucht. Hinzu kommen Radio-Spots und Banner an der K 12 n in Oedekoven, an der Pelzstraße in Alfter und an der Witterschlicker Hauptstraße.

Auch sonst ist das Großereignis, das laut Bürgermeisterin Bärbel Steinkemper die "Vielfalt der Unternehmen" demonstrieren und die Geschäftsleute "miteinander vernetzen" soll, dem aus Kommunalpolitikern, Gewerbetreibenden, Steinkemper und dem Fachgebietsleiter Wirtschaftsförderung/Liegenschaften, Arnold Contempree, gebildeten Arbeitskreis einiges wert.

Immerhin 11 000 Euro wollen die Gemeinde und die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungs-GmbH (WFG) Alfter für eine Halbtagskraft aus dem Bereich Management und Kommunikationsberatung locker machen, die sich ab Februar/März um die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bis zur Nachbereitung des Unternehmertages kümmern wird. Dafür haben sich am Donnerstag die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses einstimmig ausgesprochen.

Da spielte auch der in der Sitzungsvorlage fett gedruckte Hinweis keine Rolle, dass die Gemeinde Alfter für "das Defizit wird aufkommen müssen". Was zählt, ist der Blick nach vorn. Oder, wie es SPD-Fraktionschef Georg Steinig formulierte: "Was nix kostet, ist auch nix." Was aus Sicht von Bürgermeisterin Steinkemper aber nicht bedeutete, der Forderung von Uwe Tarnow (SPD) nachzukommen, den zu schaffenden Halbtagsjob in eine unbefristete Stelle eines Wirtschaftsförderers zu verwandeln. "Ich warne davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen", monierte Steinkemper.

"Wir haben im Zuge der Haushaltsberatungen den Wunsch nach einem Wirtschaftsförderer bereits von Ihnen mit auf den Weg bekommen und sind dabei, einen Vorschlag auszuarbeiten", kündigte sie an. Zunächst aber würden andere Punkte anstehen. So sollen die bereits angeschriebenen Unternehmer in wenigen Tagen ein definitives Anmeldeformular erhalten, um im Januar die Stellplätze auf der Rathauswiese und dem Parkplatz bis hin zum Wegscheid festzulegen. "Fragen Sie mich nicht, wie wir das verkehrstechnisch machen wollen, aber das schaffen wir auch noch."