Wachtberg auf dem Weg zum Gewerbestandort

Wachtberg auf dem Weg zum Gewerbestandort

Im Wohn- und Gewerbepark Villip haben sich schon 30 Betriebe angesiedelt - Endausbau begonnen

Wachtberg-Villip. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde jetzt der Endausbau der Erschließungsanlagen des Wohn- und Gewerbeparks Villip begonnen. Bürgermeister Hans-Jürgen Döring, Vertreter von Gemeinderat und Verwaltung und der BauGrund wohnten diesem Ereignis bei. Der Straßenendausbau mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Euro wird von der Firma Luck & Wahlen aus Euskirchen ausgeführt und soll bis Ende 2003 abgeschlossen sein.

Ein neues Schild weist seit kurzem den Besuchern des Wohn- und Gewerbeparks Villip den Weg zu den Unternehmen, die sich dort angesiedelt haben. Noch sind viele Felder frei. Etliche Klebefolien sind noch nicht angebracht, doch für einige Grundstücke müssen sich auch erst noch Käufer finden. Seit Beginn dieses Jahres wird die Firma BauGrund, die den Wohn- und Gewerbepark für die Gemeinde vermarktet, von der Firma Matrix unterstützt. Wegen schwierigen Vermarktung des zweiten Bauabschnitts hatte die Gemeinde das Düsseldorfer Unternehmen im Herbst 2001 ins Boot geholt.

Matrix sei derzeit vornehmlich mit der "Zielgruppenanalyse" für den zweiten Bauabschnitt beschäftigt, sagt der Bereichsleiter Städtebau West der BauGrund, Rainer Kalscheuer. Am Ende soll ein neues Kommunikations- und Marketingkonzept stehen.

Der erste Bauabschnitt (nördlicher Teil) des Gewerbegebiets ist inzwischen zu drei Vierteln verkauft, im Wohngebiet gibt es nur noch ein einziges freies Grundstück. Dieses ursprünglich als Mischgebietsfläche ausgewiesene Areal wurde vom Rat aufgrund der großen Nachfrage nach Wohnflächen in ein reines Wohngebiet umgewidmet. Jetzt sollen dort zwanzig Wohneinheiten - Einzel- und Doppelhäuser - auf jeweils etwa 400 Quadratmeter großen Grundstücken entstehen.

Im verbleibenden Mischgebiet ist erst ein Grundstück vergeben, was etwa zehn Prozent der Gesamtfläche entspricht. Hier sollen idealerweise kleinere Geschäfte und Handwerksbetriebe im Erdgeschoss und Wohnungen in den oberen Geschossen entstehen. Für dieses Gebiet sei die Entscheidung für das Einkaufszentrum von besonderer Bedeutung, erläutert Bitter, da die Ansiedlung von Geschäften dort natürlich auch von der etwaigen Konkurrenz im Einkaufszentrum abhänge.

Auch in die Vermarktung des zweiten Bauabschnitts, dem südlichen Bereich des Gewerbeparks, ist inzwischen Bewegung gekommen. Neu hinzu gekommen sind die Druckerei TSCL-Schmitz, die Firma Ebele - Audiovisuelle Präsentationssysteme und die Firma Lürick - Veranstaltungstechnik. Damit haben sich nunn insgesamt sechs Unternehmen in dem Bereich angesiedelt, zwei weitere Grundstücke sind bereits vergeben, für ein weiteres laufen Verhandlungen.

Verkauft sind damit bislang zwar erst 28 Prozent der verfügbaren Fläche, doch sowohl Kalscheuer als auch der Wirtschaftsförderer der Gemeinde, Klaus Huse, sind zuversichtlich, bis 2004 wie geplant die restlichen Grundstücke zu veräußern. Etwa fünf Hektar sind noch zu vergeben. Kalscheuer macht darauf aufmerksam, dass sich seit 1999 im Gewerbepark insgesamt schon 30 Betriebe aus den Bereichen Handwerk, Dienstleistungen und Kommunikation angesiedelt hätten.

Das sei angesichts der schwierigen Ausgangsbedingungen eine durchaus akzeptable Zwischenbilanz. Wachtberg sei schließlich keine klassischer Gewerbestandort und müsse als solcher erst bekannt gemacht werden, meint er. Auch Huse meint, es müsse "erst noch in die Köpfe rein", dass Wachtberg ein guter Standort sei.

Mit der Nähe zu Bonn, dem guten Wohnumfeld und der reizvollen Landschaft habe die Gemeinde durchaus etwas zu bieten. Die Unternehmen, die sich im Gewerbepark angesiedelt hätten, seien jedenfalls "gerne hier". Allein im zweiten Bauabschnitt gebe es nun etwa 100 Arbeitsplätze, rund 80 seien von außerhalb in die Gemeinde geholt worden, sagt Huse. Fünf der sechs Betriebe dort seien Neuansiedlungen, nur einer sei schon vorher im Gemeindegebiet ansässig gewesen.