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Gigabit-Geschwindigkeit soll günstiger werden: Vodafone bringt schnelle Anschlüsse nach Bonn

Gigabit-Geschwindigkeit soll günstiger werden : Vodafone bringt schnelle Anschlüsse nach Bonn

Vodafone erhöht das Übertragungstempo für 2,3 Millionen Haushalte. Der Preiskampf in NRW mit der Telekom gewinnt an Schärfe.

Der Telekom und Vodafone Deutschland steht ab Montag dieser Woche eine so harte Auseinandersetzung um Festnetzanschlüsse in NRW bevor wie lange nicht. Vodafone schaltet nach Information unserer Redaktion ab diesem Montag 2,3 Millionen weitere Kabel-Anschlüsse auf ein Übertragungstempo von bis zu einem Gigabit hoch – statt wie bisher 400 Megabit. Bisher hatte es diese Geschwindigkeit nur bei den 800.000 Kabelanschlüssen in Düsseldorf, Köln, Bochum und Hagen gegeben. Jetzt kommen Neuss, Mönchengladbach, Bonn, Aachen, Duisburg, Bielefeld, Münster und Dortmund hinzu. Bis Ende des Jahres sollen 5,2 Millionen Haushalte das höhere Tempo angeboten bekommen.

Vodafone geht gleichzeitig mit einem Kampfpreis in den Markt. Während Gigabit-Verträge in den Vorreiterstädten bisher 69,99 Euro kosteten – abgesehen vom Lockvogelrabatt auf 19,99 Euro im ersten Jahr – sind nun nur noch 39,99 Euro fällig. „Das ist ein aggressives Angebot“, sagt der Duisburger Wirtschaftsprofessor Torsten Gerpott, „damit setzen die den Marktführer Telekom schon sehr unter Druck.“

Die Offensive hat drei Ziele: Erstens will Vodafone den bisherigen Kunden im Kabelnetz von Unitymedia ein besseres Angebot machen und so teilweise auch mehr Geld verdienen. Vodafone hatte Unitymedia 2019 gekauft. Das Kölner Unternehmen hat auch viele Abonnements verkauft, die weniger als 39,99 Euro im Monat bringen. Falls zehntausende dieser Kunden nun auf das teurere Angebot wechseln, bringt das Vodafone höhere Einnahmen, verursacht aber kaum Kosten, weil das Netz in den vergangenen Monaten sowieso flächendeckend aufgerüstet wurde.

Zweitens will Vodafone Kunden anderer Telefonkonzerne dazu bringen, zu wechseln. Das zielt zu 100 Prozent auf die Deutsche Telekom. Das Unternehmen hat nicht nur die meisten DSL-Anschlüsse in Deutschland und auch in NRW verkauft, sondern verdient auch an DSL-Verträgern anderer Anbieter wie etwa United Internet (1&1) mit, weil deren DSL-Kunden gegen Entgelt durch das Telekom-Netz geleitet werden.

Drittens hat Vodafone das Ziel, bisherige DSL-Kunden auf das Kabelnetz umzuschalten, um selbst die Durchleitungsgebühr für die „letzte Meile“ zu sparen. Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland, hatte unserer Redaktion dazu schon im September gesagt: „Jeder Kabelkunde bei uns ist ein Kunde weniger, für den wir hohe DSL-Mieten zahlen müssen. Heute überweisen wir dafür jedes Jahr mehr als 500 Millionen Euro an die Telekom. Die Ersparnis dieser Mietkosten ist ein wichtiger Teil der erwarteten Synergievorteile von rund 425 Millionen Euro pro Jahr ab 2025.“ Mit Synergievorteilen meint er Einsparungen durch die Integration der mehr als 15 Milliarden Euro teuren Unitymedia.

Die Telekom hat sich auf die neue Preis- und Qualitätsschlacht in NRW und anderen Bundesländern bereits vorbereitet. So rüstete sie ihr DSL-Netz auf, um mit einem Tempo von maximal 250 Megabit auch ein attraktives Angebot machen zu können. 250 Megabit reichen gut aus, um mehrere Videostreams gleichzeitig schauen zu können. Der Standardpreis der Telekom für das Paket liegt allerdings bei 54,95 Euro im Monat nach den ersten sechs Monaten. Für 100 Megabit/Sekunde sind 44,95 Euro fällig. Was ist also zu erwarten? Rabatte in  den umkämpften Städten und Regionen. „Die Kunden können sich freuen“, sagt Gerpott.