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Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Vermieten lohnt sich häufig nicht

Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) : Vermieten lohnt sich häufig nicht

Immobilien sind als Geldanlage nicht immer ein gutes Geschäft: Fast ein Drittel der Anleger erzielt keine Renditen, viele zahlen sogar drauf. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Wertgrund Immobilien AG.

Der Untersuchung zufolge besitzen rund sieben Millionen Deutsche eine Immobilie als Kapitalanlage. In den letzten zehn Jahren hätten sie damit durchschnittlich zwischen zwei und drei Prozent Rendite pro Jahr erzielt. Das rechnerische Immobilienvermögen je Anleger beträgt demzufolge 155.000 Euro, rund 40 Prozent haben ihre Immobilieninvestitionen mit einem durchschnittlichen Fremdkapitalanteil von etwa 57 Prozent fremdfinanziert.

"Immobilien stellen die wichtigste Anlageform für private Kapitalanleger in Deutschland dar, insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase mit mangelnden Alternativen. Dennoch wird das Risiko häufig unterschätzt und Sparer büßen durch falsche Entscheidungen einen Teil ihrer Rendite ein", sagte gestern Thomas Meyer, Vorstandsvorsitzender der Wertgrund Immobilien AG, die rund 70.000 Wohneinheiten betreut. Etwa 68 Prozent des gesamten Bruttovermögens der Deutschen von rund sieben Milliarden Euro ist in eigengenutztes (3,8 Milliarden Euro) sowie vermietetes und sonstiges Immobilienvermögen (1,1 Milliarden Euro) investiert. Nicht einberechnet werden dabei die Anteile an offenen und geschlossenen Immobilienfonds sowie börsennotierten Immobilienunternehmen, die als Geld- und Wertpapiervermögen erfasst werden.

Für die Studie wurden zuletzt im Jahr 2012 rund 11.000 Haushalte mit knapp 20.000 Erwachsenen und ihren Kindern zu Einkommen und verschiedenen sozio-ökonomischen Merkmalen befragt. Das Ergebnis der Studie dürfte viele überraschen: Das DIW fand heraus, dass 8,5 Prozent der Immobilienanlagen negative Bruttorenditen mit Immobilieninvestitionen erwirtschaften, weitere 24,6 Prozent erzielen eine Rendite von null Prozent. Bei 20,7 Prozent der Immobilieninvestitionen lagen die Bruttorenditen pro Jahr gerade einmal bei über null bis zwei Prozent.

"Geht man von einer durchschnittlichen Inflation von jährlich zwei Prozent aus, liegen die Renditen von mehr als 50 Prozent der Immobilieninvestitionen unterhalb der Inflationsgrenze", sagte Meyer: "Unter Berücksichtigung von Risiko und Aufwand einer direkten Immobilieninvestition ist diese Rendite alles andere als zufriedenstellend. Dennoch muss betont werden, dass Immobilienanlagen in der Gesamtheit auch während der Finanzkrise stabile Durchschnittsrenditen von jährlich zwei bis drei Prozent erzielen konnten. Richtig getätigte Immobilieninvestments sind also krisensicher und schwankungsarm", fügte Meyer hinzu: "Ein Großteil der niedrigen und negativen Renditen ist auf vermietete Eigentumswohnungen zurückzuführen." So werde das Hausgeld als "Renditekiller" größtenteils unterschätzt, auch Instandhaltungsmaßnahmen, Kosten bei Mieterwechsel und längere Leerstandszeiten könnten die Erträge einer Eigentumswohnung nachhaltig gefährden.

Doch nicht alle Regionen in Deutschland sind für Immobilienanleger gleichermaßen interessant. Großstädte gelten unter Experten mittlerweile als überteuert, manche Regionen in Ostdeutschland als wirtschaftlich schwach und damit für Vermieter als wenig lukrativ.

Anders der Großraum Köln/Bonn: "Diese Region ist für uns einer der attraktivsten Standorte in Westdeutschland", sagte Wertgrund-Chef Meyer: "Wir haben hier bereits 1000 Wohnungen erworben, nicht nur in den beiden Großstädten, sondern auch in kleineren Städten wie Frechen und Troisdorf." Ausschlaggebend für die Investitionen seien die positive sozio-demografische und ökonomischen Prognose für die gesamte Region gewesen sowie das ausgeglichene Verhältnis zwischen Miet- und Kaufpreisentwicklung in den letzten Jahren.