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Verbraucherzentrale Bonn berät bei Abzocke

Verbraucherzentrale Bonn berät bei Abzocke

Mit dem Wort "Tanken" fing alles an. Karl-Heinz Ermert aus Bonn hat vor Jahren mit dieser Lösung an einem Gewinnspiel teilgenommen. "Ich vermute, dass damals meine Daten weitergegeben wurden", sagt Ermert. Jetzt bekommt er pro Woche nämlich zwei bis drei Briefe, in denen ihm Gewinne versprochen werden.

Bonn. Mit dem Wort "Tanken" fing alles an. Karl-Heinz Ermert aus Bonn hat vor Jahren mit dieser Lösung an einem Gewinnspiel teilgenommen. "Ich vermute, dass damals meine Daten weitergegeben wurden", sagt Ermert. Jetzt bekommt er pro Woche nämlich zwei bis drei Briefe, in denen ihm Gewinne versprochen werden.

Auch der angebliche Finanzdienstleister Dr. Klein & Partner reiht sich in die Liste der Briefeschreiber ein. Fast 1 000 Euro ständen Ermert zu - allerdings nur, wenn er persönlich vorbeikomme. Extra für die Übergabe sei ein Rahmenprogramm organisiert worden. "Mir war sofort klar, dass das Abzocke ist."

Karl-Heinz Ermert ist nicht der Einzige, der von Dr. Klein & Partner Post bekommen hat: Allein in der letzten Woche sind bei der Verbraucherzentrale in Bonn 50 bis 60 Anfragen dazu eingegangen. Wer sich nicht sicher ist, ob es sich um Abzocke handelt, kann als eine Faustregel anwenden.

Je schwieriger zu erkennen ist, wer hinter dem Brief steckt, desto höher ist das Risiko, dass das Unternehmen unseriös ist. Generell gilt: "Wenn keine Forderungen gestellt werden, sollte man am besten gar nicht auf solche Schreiben reagieren", sagt Anke Wefers von der Verbraucherzentrale Bonn. In einer anderen Liga als Gewinnspiele spielen Zahlungsaufforderungen von Inkassounternehmen.

Unabhängig davon, ob sie seriös oder gefälscht sind: Sie gehören nicht direkt in den Papierkorb. Der richtige Weg sei, das Schreiben zu prüfen und zu widersprechen. Dabei kann auch die Verbraucherzentrale helfen. Auf keinen Fall sollte man übereilt handeln. "Viele bekommen bei so einem Brief Angst und überweisen das geforderte Geld", sagt Wefers. Wichtig sei es, genau zu unterscheiden. Es gibt nämlich auch gerechtfertigte Forderungen.

Mittlerweile richtet sich Abzocke nicht nur gegen Privatpersonen. "Immer wieder kommt es vor, dass Unternehmen hinters Licht geführt werden", sagt Michael Pieck, Pressesprecher bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg. Beispiel: Eine Firma soll ihre Daten angeben.

Damit werde sie dann bei Verbrauchern empfohlen - und das auf den ersten Blick kostenlos. Erst im Kleingedruckten ist die jährliche Vergütung von fast 500 Euro aufgeführt. "Wer einen solchen Brief erhält, sollte ihn gut prüfen", sagt Pieck. Bleibt ein Rest Unsicherheit, kann Angela Blank, Abteilung Recht und Steuern von der IHK, unter (0 22 8) 22 84 18 3 weiterhelfen.