Pizza-Pasta-Kette expandiert: Vapiano setzt auf neues Konzept, Lieferservice und Take-Away

Pizza-Pasta-Kette expandiert : Vapiano setzt auf neues Konzept, Lieferservice und Take-Away

15 Jahre nach der Eröffnung der ersten Vapiano-Filiale ist die Kette auf 205 Restaurants in 33 Ländern auf fünf Kontinenten angewachsen. Bis 2020 sollen es 330 Filialen sein – und ein neues Konzept.

Die ehemals Bonner Gastronomiekette Vapiano will nach ihrem Börsengang den Umsatz mit Liefer- und Abholservices für ihre Gerichte ankurbeln. „Wir erwarten in diesem Bereich zweistelliges Wachstum“, sagte Vapiano-Vorstandschef Jochen Halfmann am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahresbilanz des Unternehmens am neuen Firmensitz in Köln. Außerdem will die auf Pizza und Pasta spezialisierte Kette mit kleineren Restaurants („Mini-Vapiano“) an Bahnhöfen, Flughäfen und in Innenstädten neue Kunden erreichen.

Nicht nur in diesen Filialen weicht Vapiano von seinem ursprünglichen Konzept ab, dass Restaurantbesucher ihr Essen an verschiedenen offenen Kochstationen ordern und selber abholen, wenn es fertig ist. Vielen Vapiano-Kunden hat es offensichtlich nicht geschmeckt, dass das Essen innerhalb von Gruppen oft zu unterschiedlichen Zeiten auf den Tisch kommt. Man bemühe sich nun um eine „synchronisierte Zubereitung der Speisen“, so Firmenchef Halfmann. Das heißt: Wer gemeinsam bestellt, isst gemeinsam.

15 Jahre nach der Eröffnung des ersten Vapiano-Restaurants ist die Kette auf 205 Restaurants in 33 Ländern auf fünf Kontinenten angewachsen. Die aus dem Börsegang im vergangenen Jahr erlösten rund 85 Millionen Euro wurden unter anderem für einen deutlichen Ausbau des Filialnetzes genutzt. 27 Restaurants hat Vapiano im vergangenen Jahr eröffnet, mit einer durchschnittlichen Investitionssumme von jeweils 2,2 Millionen Euro. Und nach den Plänen von Halfmann ist noch kein Ende der Expansion in Sicht. „Unser Ziel sind 330 Restaurants bis zum Jahr 2020“, sagte er.

Im laufenden Jahr sollen bis zu 38 neue Filialen weltweit entstehen. „Die Mietverträge sind an den meisten Standorten bereits unterzeichnet“, so Halfmann. Die Kosten für den Filialausbau und den Börsengang im vergangenen Jahr sind laut Halfmann dafür verantwortlich, dass Vapiano tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist. Die Kette hat 2017 einen Jahresfehlbetrag von knapp 30 Millionen Euro. Im Vorjahr war das Minus mit 500.000 Euro deutlich geringer ausgefallen. Das um die Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lagt stieg jedoch 2017 deutlich um knapp 36 Prozent auf 38,8 Millionen Euro. Bis auch unterm Strich schwarze Zahlen stehen, wird es nach Einschätzung von Firmenchef Halfmann 2020. Die Anleger schienen wenig überrascht: Der Kurs der Vapiano-Aktie lag am Mittwoch mit 22,90 Euro nahe Ausgabekurs von 23 Euro.

Die Umsätze der Kette sind – vor allem durch die Neueröffnungen – deutlich gestiegen. Sie kletterten um rund 31 Prozent auf knapp 325 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Fläche wuchs der Umsatz um 4,8 Prozent. Der durchschnittliche Vapiano-Besucher gibt in Deutschland 10,30 Euro aus. Im Ausland zeigen sich die Kunden etwas großzügiger. Die wichtigsten Märkte der Kette in Europa sind neben Deutschland Frankreich, Österreich, Großbritannien und die Niederlande. In China testet Vapiano mit einem Pilotrestaurant in Schanghai seine Chancen.

Gegründet wurde die Kette mit derzeit 6800 Vollzeitstellen 2002 in Hamburg. Im Jahr 2017 ist die Firmenzentrale des Unternehmens mit rund 120 Mitarbeitern von Bonn in den Kölner Rheinhafen gezogen, wo Vapiano auch ein Restaurant betreibt.

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