Sommerferien-Trend: Urlauber aus der Region sind Spätbucher

Sommerferien-Trend : Urlauber aus der Region sind Spätbucher

Spanische und griechische Inseln sowie die Ostsee sind in diesem Sommer bei den Touristen am beliebtesten. Bei der Türkei ist ein Rückgang von 50 Prozent zu verzeichnen.

Wegen der Terrorgefahr und der Anschläge in der Türkei reisen viele Familien aus der Region in diesem Jahr an die deutschen Küsten.

„Die Ostsee ist für die Sommermonate komplett ausgebucht. Sylt ist immer sehr trendy, St. Peter-Ording auch“, sagt Laura Werth vom Reisebüro Langer in Bonn. Letztes Jahr sei die Türkei noch ein sehr wichtiges Reiseland gewesen.

„Jetzt fliegen unsere Kunden eher auf die griechischen oder spanischen Inseln und zahlen dafür der Sicherheit wegen auch oft mehr als sonst“, sagt Werth. Einige Urlauber würden auch auf Bulgarien und andere osteuropäische Länder mit Meer ausweichen.

Rückgang bei Türkeireisen um rund 50 Prozent

Ähnliche Erfahrungen macht Martin Wienholt vom Reisebüro Papendick in Siegburg. Bei den Türkeireisen erlebt er derzeit einen Rückgang von 40 bis 50 Prozent. Nach den aktuellen Anschlägen in Istanbul dürfte sich diese negative Tendenz noch verstärken.

„Bei den Leuten ist wegen der Bombenanschläge Angst vorhanden, zudem ignorieren einige unserer Kunden die Türkei auch wegen der Politik von Erdogan“, sagt Wienholt.

Nordafrika und Ägypten nicht beliebt

Neben der Türkei gebe es in diesem Jahr auch andere Urlaubsregionen, die nicht mehr so besucht würden, wie in den vergangenen Jahren. „Nach Nordafrika geht kein Mensch mehr und Ägypten ist derzeit auch nicht sehr beliebt“, sagt Wienholt. Das liege daran, dass Ägyptenreisen deutlich teurer seien als in den vergangenen Jahren, da es weniger Flüge gebe.

Spanienurlaube werden teurer

„Spanien hat das erkannt und die Kapazitäten hochgefahren“, erklärt Wienholt. Dass dort nun alles teurer werde, schrecke natürlich einige Urlauber wiederum ab. „Familien müssen für die gleichen Leistungen mehr zahlen als in den Vorjahren in der Türkei, Ägypten oder Tunesien“, erklärt Kerstin Fuss vom Reisebüro Hebbel in Bonn.

Griechenland als neue alte Alternative

Eine gute Alternative als Reiseziel sei deshalb wieder Griechenland. In den vergangenen beiden Jahren litt das sonst so beliebte Reiseland am Flüchtlingsdrama auf einigen Inseln. Die Bilder, die um die Welt gingen, schreckten viele Urlauber davon ab, ihren Sommerurlaub auf den Ägäisinseln Kos oder Lesbos zu verbringen, sagt Wienholt.

Was Italien betreffe, sei in diesem Jahr besonders Sardinien und Sizilien beliebt, so der Siegburger Reiseexperte.

Trend zu Fernreisen

Zudem gehe der Trend immer mehr zu Fernreisen, die kaum teurer sind, als innerhalb Europas Urlaub zu machen. Zu den beliebtesten Zielen gehöre dabei nach wie vor Südostasien mit Thailand, Indonesien und Bali. Wer richtig Geld ausgeben wolle und könne, sei zunehmend in den USA oder in Australien unterwegs. Beim Reisebüro Hebbel in Bonn sind in diesem Jahr zudem Kreuzfahrten ein beliebtes Reiseziel.

Hoffnung auf Spontanreisende

Viele Familien hätten ihren Sommerurlaub bereits im Dezember und Januar - also recht früh - gebucht, sagt Werth vom Bonner Reisebüro Langer.

Dennoch sei im Vergleich zu den Vorjahren noch Potenzial nach oben. „Wir hoffen natürlich, dass durch das bisher schlechte Wetter hier in der Region noch der ein oder andere Spontanreisende bei uns einen Urlaub bucht“, sagt Werth.

Beim Reisebüro Hebbel gebe es vor allem wegen der Terroranschläge und der unsicheren Lage in vielen Reiseländen diesmal wenige Frühbucher, aber bisher auch kaum Last-Minute-Kunden.

Zwischenbucher statt Früh- oder Last-Minute-Buchern

„Wir könnten von Zwischenbuchern reden“, sagt Fuss. Martin Wienholt aus Siegburg, dessen Reisebüro mit dem Partner DERPART zusammenarbeitet, sieht für 2016 bei seinen Kunden ein Spätbucherjahr. „Die Leute wollen sich wegen der Unsicherheiten nicht mehr so früh festlegen.“ Für ihren Urlauber geben die Menschen laut Reisebüros in der Region zwischen 600 und 1.000 Euro pro Person aus.

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