Ungewisse Zukunft der Bad Honnefer Villa Schaaffhausen

Ungewisse Zukunft der Bad Honnefer Villa Schaaffhausen

Die Bonner Prinz von Preussen Grundbesitz AG hat Interesse am Areal und will Wohnungen bauen

Bad Honnef. Wenn der Begriff Baulücke fällt, dann dürfte sich den wenigsten Honnefern auf Anhieb das Areal rund um die Villa Schaaffhausen sowie das Seniorenheim Marienhof aufdrängen.

Doch genau mit diesem Areal - besser mit einer ersten Vorstellung davon, wie es in Zukunft aussehen könnte - beschäftigen sich kommende Woche die Mitglieder des städtischen Bauausschusses.

Ein Investor aus Bonn, die Prinz von Preussen Grundbesitz AG, möchte das Gelände kaufen. Um die generellen Entwicklungsmöglichkeiten abzuklopfen, beantragt der Investor, die planungsrechtlichen Festsetzungen zu ändern und in Teilen Wohnbebauung zu ermöglichen. Und die Stadtverwaltung schlägt der Politik vor, genau das auch zu tun.

Damit wäre ein erster Schritt getan, um das Gelände "einer Nachfolgenutzung zuzuführen", so Technischer Beigeordneter Jopa Vedders: Wenn sich der Bauausschuss im Grundsatz für die Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan ausspricht, würde das Verfahren - dann mit konkreten Planungen und mit Beteiligung der Öffentlichkeit - erst ins Rollen kommen.

Nichtsdestotrotz gibt es schon jetzt besorgte Stimmen im Ort, unter anderem mit Blick auf den Park und den alten Baumbestand. Befürchtungen, denen Vedders und auch Mario Rösner, Projektleiter der Prinz von Preussen AG, am Donnerstag entgegentraten.

So seien schon viele Vorgespräche mit der Unteren Landschaftsbehörde und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege geführt, der Entwurf darauf abgestimmt. Vedders: "Der Investor hat hier umfangreiche Vorarbeit geleistet, die sonst zu einem solchen Zeitpunkt gar nicht üblich und auch nicht zu erwarten ist."

Das gesamte Areal gehört dem Erzbistum Köln und ist von diesem in Erbbaupacht an zwei Nutzer vergeben: die Cura Katholische Einrichtungen im Siebengebirge, Trägerin des Seniorenheims Marienhof, sowie Günter und Hannelore Fölsing, die seit 23 Jahren das Familien- und Gesundheitszentrum "Villa Schaaffhausen" betreiben.

Beide Nutzungen wären von der Planung erstmal nicht berührt, sagte Rösner - wiewohl der Planentwurf von einer späteren Wohnnutzung auch der denkmalgeschützten Villa ausgehe, um auch hier eine "nachhaltige Folgenutzung" zu ermöglichen.

Hannelore Fölsing sagte am Donnerstag auf Anfrage, sie könne sich mit der Planung nicht anfreunden. "Dies ist unser Lebenswerk, und mit der Planung wäre die Villa in ihrer jetzigen Form kaputt." Ihr und ihrem Mann wäre es lieber, ein neuer Pächter würde gefunden, der möglichst bald beider Nachfolge antreten könne. "Schließlich sind auch 20 Mitarbeiter betroffen", sagte Hannelore Fölsing dem GA. Und bekräftigte: "Entschieden ist jedenfalls noch gar nichts."

Der zweite Teil des Vorentwurfes betrifft das Seniorenheim: Marienhof: Nachdem dessen Umzug in einen Neubau auf demselben Gelände abgeschlossen ist, soll der leerstehende Altbau abgerissen werden; Neubauten könnten entstehen.

"Es ist die Errichtung von Doppelhäusern und Stadtvillen geplant, die aufgelockert im Bereich der parkähnlichen Gartenanlage beziehungsweise den Nutzgärten der Villa Schaaffhausen und auf der Fläche des abgerissenen Altenheimes entstehen sollen", teilt die Stadtverwaltung zum Gesamtprojekt mit.

Konkret geht es um zehn Doppelhäuser und zwei Einfamilienhäuser sowie ein Objekt für betreutes Wohnen. Grob umrissen ist das Plangebiet von Schaaffhausenstraße, Biebrichsweg und Finkenpfad.

Rösner verhehlt nicht, dass das Projekt besondere Anforderungen an die Planer stellt: "Der bestehende Charakter und die parkähnliche Gestaltung müssen erhalten bleiben, und auch das Denkmal ist klar zu würdigen.

Es gilt, Sensibilität für das prägende Gebäude zu schaffen - und um die Frage: Was kann man realisieren, indem man einerseits dem Standort gerecht wird, andererseits wirtschaftlich arbeitet."

Probleme, dies an der Villa Schaaffhausen umzusetzen, sieht Rösner nicht: "Unser Kerngeschäft ist ja die Revitalisierung von Denkmälern." Und zum Baumbestand: "Wir gehen doch nicht mit der Kreissäge da ran." Ob aus dem Vorentwurf eine Planung werden kann, muss nun erstmal die Politik beantworten.