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Kommentar zum Bauboom: Trend mit Folgen

Kommentar zum Bauboom : Trend mit Folgen

Schaffe, schaffe, Häusle baue. Die über das Schwabenland hinaus bekannte Redewendung könnte den derzeitigen Bauboom beschreiben, wären da nicht die negativen Begleiterscheinungen.

Denn vom Wohnungsboom in Deutschland profitieren längst nicht alle, die in ihrem Leben fleißig waren und vielleicht den Traum vom eigenen Haus oder wenigstens einer schönen und bezahlbaren Wohnung haben. Die Immobilienpreise in den großen Ballungszentren steigen rasant. In den deutschen Metropolen, aber auch in kleineren Universitätsstädten, kann sich ein Durchschnittshaushalt mit einem Viertel seines Einkommens gerade mal 70 Quadratmeter leisten.

Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, wonach bis 2030 knapp eine Million Wohnungen fehlen könnten, lässt die so strahlend wirkenden Zahlen der steigenden Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2016 doch deutlich verblassen. Zudem wird die Statistik dadurch relativiert, dass es bei den Genehmigungen nicht nur um die Errichtung neuer Wohngebäude geht. Die Politik ist nun gefordert, gerade in den Ballungsräumen, und dazu gehören auch Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis, mehr für bezahlbaren Wohnraum zu unternehmen. Es führt gar kein Weg daran vorbei, dass Bund und Länder dabei eng kooperieren und der Wohnungsbau endlich ein gesamtpolitisches Projekt wird, in dem auch die Kommunalpolitik eine tragende Rolle spielt, um dem Bedarf gerecht zu werden.