Haribo in Bonn: Süßwarenhersteller expandiert mit neuem Standort in Grafschaft

Haribo in Bonn : Süßwarenhersteller expandiert mit neuem Standort in Grafschaft

Der Süßwarenhersteller Haribo wird einen neuen Logistik- und Produktionsstandort in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Grafschaft aufbauen. Dazu werde Haribo im dortigen Innovationspark Rheinland ein Grundstück direkt am Autobahnanschluss der A61 erwerben, teilte Haribo am Freitag in Bonn mit.

Mit der Expansion und den Investitionen in einen zusätzlichen Standort außerhalb des benachbarten Bonn solle auch der stetig wachsenden Nachfrage nach Haribo-Produkten in Europa entsprochen werden.

Der traditionelle Hauptsitz in Bonn soll ebenso beibehalten werden wie die dortige Produktion, sagte Firmensprecher Marco Alfter der Nachrichtenagentur dpa. Seit Jahren betrieb Haribo eine zusätzliche Standortsuche in der Region, weil die Logistik- und Produktionskapazitäten im Bonner Stadtgebiet an Grenzen stießen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) begrüßte die Entscheidung des Unternehmens als "guten Tag" für Rheinland-Pfalz, für den Kreis Ahrweiler und die Gemeinde Grafschaft. "Es ist eine Investition in die Zukunft und in Arbeitsplätze." Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) nannte die Ansiedlung einen großen Erfolg. "Ich freue mich für die Gemeinde Grafschaft und die ganze Region." Der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem (CDU) sagte: "Mit Haribo kommt ein Weltkonzern in die Gemeinde Grafschaft, der nicht nur Kinder froh macht."

Wie viele Arbeitsplätze in Grafschaft entstehen sollen, ist laut Alfter noch nicht bezifferbar. In Bonn arbeiten zur Zeit rund 1300 Beschäftigte. "Mit dieser Weichenstellung für die Zukunft schafft Haribo auch in den kommenden Jahren stetig zusätzliche Arbeitsplätze. Damit stärkt Haribo bewusst den Standort Deutschland, trotz alternativer Angebote aus dem Ausland", sagte der geschäftsführende Gesellschafter Hans Guido Riegel. Nach Angaben der Mainzer Staatskanzlei kauft das Unternehmen in Grafschaft Anfang 2014 ein rund 30 Hektar großes Grundstück.

Das für seine Gummibärchen auch internationale bekannte Familienunternehmen gibt es seit 1920. Vom Namen des Firmengründers Hans Riegel und der Bonner Heimat leitet sich auch der Name Haribo ab. Seit Jahrzehnten wird Haribo vom 90-jährigen Firmen-Patriarchen, Hans Riegel, einem Sohn des Gründers, geführt. Haribo produziert bereits an 15 Standorten in Europa.

In Bonn nahm man die Nachricht mit Verständnis auf. Zwar habe man "über mehrere Monate gemeinsam mit dem Unternehmen geprüft, ob die vorgesehene Erweiterung von Haribo in Bonn möglich gemacht werden kann", letztlich sei die "Projektgruppe Haribo" aber zu dem Ergebnis gekommen, dass in Bonn keine ausreichend freie Fläche zur Verfügung steht.

Man freue sich, dass die Erweiterung in der Region ermöglicht worden sei, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch betonte aber auch: "Haribo ist und bleibt eine 'Bonner Marke', ganz gleich, wo die Gummibärchen produziert und gelagert werden."

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