Neue Chefs in Köln: Stühlerücken in den Chefetagen

Neue Chefs in Köln : Stühlerücken in den Chefetagen

Neue Gesichter: Zum Jahresbeginn gibt es Stabübergaben in großen Unternehmen der Region.

Neue Gesichter gibt es im kommenden Jahr an der Spitze von großen Unternehmen in der Region. Am 1. Januar wird mit Gunnar Herrmann ein Techniker Deutschland-Chef von Ford. Er ist außerdem ein Eigengewächs und kennt das Unternehmen wohl wie kaum ein anderer.

Am 22. Dezember 1959 in Leverkusen geboren, begann er seine berufliche Laufbahn 1979 als Auszubildender bei Ford. Nach Abschluss der Lehre studierte er in Hamburg Fahrzeugbau und erwarb an der Loughborough University in Leicestershire (England) einen Master-Abschluss in Advanced Automotive Engineering.

1986 begann Herrmann im John Andrews-Entwicklungszentrum in Köln-Merkenich in der Karosserie-Konstruktion. Nach einer Verpflichtung in den USA leitete er seit 1994 verschiedene Fahrzeugprojekte. Ab 2002 war er als Entwicklungsdirektor für das weltweite Modellangebot von Ford im wichtigen C-Segment verantwortlich. Das sind Kompaktwagen wie der Ford Focus.

Seit 2012 ist Herrmann Mitglied der Geschäftsführung von Ford Europa und als Vice President europaweit für die Qualitätssicherung verantwortlich. Dieses Amt übt er weiter aus, wenn er zum Jahresbeginn an die Spitze der Ford-Werke rückt. Herrmann ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Er lebt in Leverkusen-Schlebusch. Seine Hobbys sind Classic Cars, Skifahren, Segeln und Kochen. Vorgänger Bernhard Mattes wechselt nach 14 Jahren an der Spitze der Ford-Werke in den Aufsichtsrat.

Knapp acht Jahre stand Helmut Leube an der Spitze der Deutz AG. Er habe das Unternehmen sicher durch die Finanzkrise geführt, das Produktprogramm erneuert und die Strukturen des Unternehmens zukunftsweisend aufgestellt, lobte Aufsichtsratschef Hans-Georg Härter. Zuletzt litt Deutz allerdings unter einem Absatzrückgang, weil die Nachfrage der Bauwirtschaft und auch der Landwirtschaft schwächelte.

Im laufenden Jahr kann Deutz dennoch voraussichtlich das Ergebnis verbessern. Das Zahlenwerk für 2016 wird allerdings Frank Hiller präsentieren. Für ihn macht der 63-jährige Leube ein Jahr vor Ablauf seines Vertrags zum Jahreswechsel Platz. Hiller (50) kommt vom Autozulieferer Leoni, wo er seit 2014 Vorstandsmitglied war. Davor war er fünf Jahre im Vorstand von MAN Truck & Bus.

Abgemacht war zuletzt auch bereits ein Chefwechsel für den 1. Januar 2019. Lionel Souque wird dann Nachfolger von Konzernchef Alain Caparros beim Kölner Handels- und Touristikkonzern Rewe. 1971 in Paris geboren, kam Souque 1996 zur Rewe Group und besetzte Führungspositionen in Einkauf und Vertrieb bei Penny.

2001 wechselte er zu der Rewe-Tochter Billa Supermärkte und wurde 2007 in den Vorstand der Rewe International in Wien berufen. Derzeit ist er im Konzern-Vorstand für die deutschen Supermärkte und das Digitalgeschäft zuständig. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt mit seiner Familie in Köln. Souque verantwortet ab Januar des kommenden Jahres den Lebensmitteleinzelhandel von Rewe in Deutschland. Penny-Deutschland-Chef Jan Kunath wird dann für das internationale Handelsgeschäft und die Online-Aktivitäten zuständig. DER Touristik-Chef Sören Hartmann wird im Juli 2017 Vorstandsmitglied der Rewe-Gruppe.

Mehr von GA BONN