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Gründerszene in der Region: Startup will Amazon schlagen

Gründerszene in der Region : Startup will Amazon schlagen

Bei der Ideenbörse der IHK Bonn/Rhein-Sieg präsentieren sich Gründer aus der Region. Ein Ideengeber überzeugte die Jury besonders: "Trunksta" will einen neuen Lieferdienst aufbauen. Das Vorbild sind die Mitfahrzentralen.

Eva-Marie Loesgen entwirft poppig-verspielte Stoffdesigns, Ela Schmidt schickt gestressten Angestellten „Pausenpost“, damit sie sich ein wenig Ruhe gönnen, und die Entwickler von „Lukas und Lara“ schreiben Kindern noch richtige Briefe aus Papier, um ihnen Geschichten aus fernen Ländern zu erzählen. Das sind nur drei von sechs Geschäftsideen, die am Montagabend bei der „Ideenbörse“ der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg vorgestellt wurden.

Zu den Unternehmern, die sich dem Publikum in den Räumen des „Podium49“ in der Bonner Südstadt stellten, gehörte auch Oliver Höppner vom HOG-Bildungsinstitut in Sankt Augustin. Höppner baut mit Schülern aus Tausend Einzelteilen Elektrofahrzeuge. Zur Ideenbörse war er mit einem selbst konstruierten Elektroroller gekommen. „Wir binden das Bauen der Fahrzeuge in den Physikunterricht ein“, erklärte Höppner. Er will Kinder für Mathematik und Naturwissenschaften begeistern und sie an die Technik von Morgen heranführen.

Norbert Jansen und Jan Riedl, die aus Bonn und der Grafschaft kommen, setzen mit dem Lehrmaterial von „Lukas und Lara“ auf die Faszination des Haptischen im virtuellen Zeitalter. Beide sind eigentlich Juristen und in ganz anderen Berufen tätig, aber sie haben Spaß an der spielerischen Wissensvermittlung an Kinder. „Sie werden sehen, das Kind wartet mit Vorfreude auf den Postboten“, versprach Jansen.

Startup erhält die meisten Punkte

Das 60-köpfige Publikum, das auch als Jury geladen war, vergab die meisten Punkte aber doch lieber an ein Startup, das die Vorteile der vernetzten Internetwelt nutzt. „Trunksta“ aus Düsseldorf verbindet Menschen miteinander, die Dinge nicht über die professionellen Post- und Paketdienste verschicken wollen, sondern nach einer günstigen Alternative suchen.

Die Smartphone-App von „Trunksta“ lässt private Fahrer und Menschen, die schnell etwas verschicken wollen, zusammenkommen. Den Preis für die Zustellung nennt der Fahrer, der – ähnlich wie bei einer Mitfahrzentrale – ohnehin von A nach B fährt und dabei gern noch etwas hinzuverdient. „Wir geben Einzelhändlern eine Chance, mit Amazon zu konkurrieren“, glaubt Martin Ziegner, der eine Vollversion seiner App für Mai versprach.

Die Ideenbörsen der IHK und Podium49 finden mehrmals pro Jahr statt. Die Sieger werden im Juni zum 5. Ideenmarkt in der Campusmensa Poppelsdorf eingeladen. Auch die Universität Bonn ist dabei, wenn Ideengeber aus Wissenschaft und Wirtschaft ihre Projekte präsentieren.