Tannenbusch-Center: Stadt Bonn sieht gute Chance für eine Umgestaltung

Tannenbusch-Center : Stadt Bonn sieht gute Chance für eine Umgestaltung

Der neuer Eigentümer des Tannenbusch-Centers hat einen Katalog zur Umgestaltung vorgelegt. Die Leerstände machen immer noch Sorgen.

Schöner und attraktiver soll Tannenbusch im Zuge des Musterprojekts "Soziale Stadt" werden. Und das Tannenbusch-Center mit seinen Geschäften spielt dabei eine Schlüsselrolle. Nachdem der bisherige Eigentümer vor drei Jahren Insolvenz angemeldet und der Insolvenzverwalter den Daumen auf der Immobilie hatte, gibt es eine neue Eigentümergemeinschaft, die in ihrem Auftrag eine eigenständige Vermögensverwaltung aus Berlin eingesetzt hat.

Ob sich nun etwas zum Besseren wendet, vor allem wegen der vielen Leerstände von Geschäften und Ladenschließungen in den vergangenen Monaten und Jahren, oder ob die nächste Heuschrecke die Einkaufsimmobilie übernommen hat, wollte nun Jens Peters (Grüne) wissen.

Die Antwort der Stadt klingt zumindest hoffnungsvoll: So habe der neue Vermögensverwalter, die Acrest Property Group, nicht nur die Analyse von Chancen und Potenzialen des Geschäftskomplexes als seine Aufgabe angegeben, sondern tausche sich auch konstruktiv mit der Stadtverwaltung aus. Mehr noch: Das Unternehmen habe selbst am Treffen der Planungswerkstatt im Oktober teilgenommen und dabei erste Konzeptentwürfe vorgestellt.

Diese konkreten Vorschläge, die nun für die Umgestaltung auf dem Tisch liegen, betreffen aber erst einmal das Drumherum des Tannenbusch-Centers. So zum Beispiel die Umgestaltung der Oppelner Straße und des Vorplatzes, aber auch die Einrichtung eines zweiten Zugangs zur Stadtbahn-Haltestelle, beschreibt Planungsamtsleiter Michael Isselmann in seiner Stellungnahme für die morgige Sitzung der Bezirksvertretung Bonn.

Er nennt zudem die Wege durch den Komplex, die Durchlässigkeit des Centers und den Abbau der Barrierewirkung. Bei dieser Gelegenheit soll auch die die Schaffung einer Ost-West-Verbindung für Fußgänger durch den Komplex besprochen werden.

Dabei soll es dann um Nägel mit Köpfen gehen, sprich: Was wollen die neuen Eigentümer tun und in welchem Zeitraum? Die Stadt selbst sieht sich weiter außerstande, Anteile des Centers oder Flächen wie das seit neun Jahren leer stehende ehemalige Möbelhaus Boss zu erwerben.

Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms seien laut Isselmann dafür keine Finanzmittel vorhanden. Für Peters sind Fragen nach dem Geschäftsmodell entscheidend, wenn massive Leerstände jahrelang bewusst einkalkuliert worden seien.

Er bemängelt darüber hinaus eine offensichtliche Untätigkeit der Stadt Bonn. Nach der Insolvenz hätte die Anzahl der die Schließungen sogar noch rasant zugenommen.